Berlin war sein Traum, jetzt ist er in Wuppertal

24.04.2008

Ausland macht stark I

Berlin war sein Traum, jetzt ist er in Wuppertal

Prof. Dr.-Ing. Huang Yuan mit Rektor Prof. Dr. Volker
Ronge. Prof. Dr.-Ing. Huang Yuan mit
Rektor Prof. Dr. Volker Ronge.
Foto Jennifer Abels

Was machen Chinesen in Wuppertal? Sie studieren an der Bergischen Universität. Seit über zwanzig Jahren schon lebt, arbeitet und forscht ein Chinese in Deutschland. Er stammt aus Zhejiang, einer Provinz so groß wie NRW und Niedersachsen zusammen mit 50 Millionen Einwohnern an der Südostküste Chinas. Berlin war sein Traum, jetzt ist er seit zweieinhalb Jahren Professor für Mechanik in Wuppertal: Dr.-Ing. Huang Yuan (47).

Huang Yuan kam 1985 durch ein Auslands- Stipendium in die Bundesrepublik, nachdem er ein Jahr zuvor an der Zhejiang University in Hangzhou, Südost-China, sein Studium der Mechanik mit dem Master of Engineering Sciences abgeschlossen hatte. Bei dem berühmten deutschen Mathematiker David Hilbert (1862-1943) hatte der junge Huang Yuan gelesen, wer Mathematik lernen wolle, müsse zum Studium nach Berlin gehen. In einem 10monatigen Intensivkurs lernte Huang Yuan Deutsch und bekam ein Stipendium, um an der TU Berlin Mechanik zu studieren. Dort promovierte er 1990 zum Dr.-Ing. und wurde nach Stationen in der Wirtschaft, u. a. in München und der Schweiz, im Oktober 2005 als Professor für Technische Mechanik an die Bergische Universität berufen.

Trotz vieler Bemühungen, auch deutsche Studenten für Mechanik zu gewinnen, seien die meisten seiner Doktoranden wiederum Chinesen. Für viele Deutschen gelte Mechanik als Studienfach als zu "schwer", mutmaßt Prof. Yuan.

In Deutschland fühlt er sich wohl. Mit seiner Frau, einer Wirtschaftswissenschaftlerin, die er als Student in China kennenlernte, und seinen beiden schulpflichtigen Kindern lebt er in Erkrath im Kreis Mettmann. Seit 1997 hat er die deutsche Staatsangehörigkeit. Zurück nach China? Das ist für Prof. Dr.-Ing. Huang Yuan (noch) kein Thema.

JENNIFER ABELS

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