Chinesen sind inzwischen die zweitstärkste Studentengruppe: Xi Wu, Cui Ruobing, Mu Shixin und Si Wang kennenlernen

24.04.2008

Ausland macht stark II

Chinesen sind inzwischen die zweitstärkste Studentengruppe:
Xi Wu, Cui Ruobing, Mu Shixin und Si Wang kennenlernen

Seit mehreren Semestern stellt China – im Sommersemester mit über 230 Studentinnen und Studenten – nach den Türken (370) die zweitgrößte Gruppe der ausländischen Studierenden. Während die meisten Türken ihr Abi in Deutschland gemacht haben (sog. Bildungsinländer), kommen die meisten Chinesen erst zum Studium in die Bundesrepublik. Was macht den Reiz eines Studiums in Deutschland aus? Wie fühlen sich die Chinesen in unserem Land? Mit vier chinesischen Studenten haben wir über Eindrücke, Leben und Perspektiven und über Vor- und Nachteile ihres Studiums in Wuppertal, gesprochen.

Wir lernen sie ein wenig kennen (v.l.n.r.): Si Wang, Cui Ruobing, Xi Wu und Mu Shixin. Wir lernen sie ein wenig kennen (v.l.n.r.):
Si Wang, Cui Ruobing, Xi Wu und Mu Shixin.
Foto Jennifer Abels

Alle vier, Xi Wu (25), Cui Ruobing (24), Mu Shixin (26) und Si Wang (24) studieren ein ingenieurwissenschaftliches Fach – in Wuppertal ein Bereich, in dem die Chinesen gut vertreten sind. Die vier sind unterschiedlich lange hier und leben in einem der Wohnheime auf dem Campus Grifflenberg.

Xi Wu und Mu Shixin studieren Drucktechnik. Wuppertal ist die einzige Hochschule in Deutschland, die dieses Fach auf Universitätsniveau anbietet. Ihr Vater habe ihr zur Drucktechnik geraten, erzählt Xi Wu, das Fach habe auch in China sehr gute Zukunftsaussichten. "Im Moment", sagt die Chinesin, die seit Oktober 2007 in Deutschland ist, "ist mein Studium eher langweilig." Vier Stunden Deutsch-Sprachkurs täglich, danach verbringt sie die Zeit hauptsächlich in ihrem Zimmer im Studentenwohnheim. Kontakte zu Kommilitonen habe sie nicht viele, die Sprache behindere sie noch dabei.

Mu Shixin hat sich dagegen schon besser eingelebt. Bevor er 2006 an die Uni Wuppertal kam, studierte er von 2001 bis 2003 als Austauschstudent an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Es folgte ein Praktikum im Technikbereich einer Stuttgarter Druckerei. Die vielen Kontakte, die er dadurch knüpfen konnte, machen ihm das Leben in Deutschland leichter. Wuppertal selbst empfinde er zwar als weniger schön, aber auch hier habe er viele nette Menschen kennengelernt – Professoren wie Studenten. In seiner Freizeit lernt er viel, surft im Internet und trifft sich mit anderen Studenten.

Cui Ruobing und Si Wang sind in Elektrotechnik eingeschrieben. Cui Ruobing ist eine von sehr wenigen Frauen dort. "In Mathematik war ich schon immer sehr gut, deshalb hat mein Vater mir dazu geraten. Ich bin froh darüber, denn mir gefällt das Studium." Die Studentin, die im 3. Semester im Masterstudiengang an der Bergischen Universität studiert, hat ihren Bachelor in China gemacht und danach auf einer privaten Sprachschule in Stuttgart Deutsch gelernt. In Wuppertal hat sie sich sehr gut eingelebt, nutzt in ihrer Freizeit gerne das Sportangebot der Uni und trifft sich mit Freunden.

Am längsten ist Si Wang in Wuppertal. Er ist im 5. Semester des Master-Studiengangs Elektrotechnik. Es gefällt ihm in Wuppertal: "Sauber und ruhig ist es hier". Mit seinen Professoren und dem Studium, bei dem er viel lerne, sei er sehr zufrieden. Si Wang findet vor allem die Praxis-Erfahrung, die ihm sein Studium durch die vielen Praktika bietet, großartig. "Das unterscheidet die deutschen von den chinesischen Universitäten, die sind doch sehr theoretisch", meint er. Sein Studium finanziert er durch Arbeiten auf Messen selbst. Auch das findet er okay, schließlich lerne er dadurch.

In Einem sind sich die Studenten aber einig: Ein Studium im Ausland macht stark, schafft Selbstbewusstsein. Unter dem Strich helfe es, sich auf dem chinesischen Arbeitsmarkt durchzusetzen. Denn dahin wollen die vier nach dem Studium zurück: In ihre Heimat, die Volksrepublik China.

JENNIFER ABELS

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