Liebe Studierende der Bergischen Universität,
von den Organisatoren des Bildungsstreiks in Wuppertal bin ich gebeten worden, zu dem bislang bekannten Forderungskatalog (Stand 08.06.09) Stellung zu nehmen. Dieser Bitte komme ich gerne nach:
(1) Zu den allgemeinen Forderungen an die Politik ist zu sagen, dass die öffentlich-rechtlichen Universitäten in Deutschland in weiten Bereichen in der Tat ein zu schlechtes Betreuungsverhältnis in der Lehre und in der Studierendenbetreuung aufweisen. Insofern gehen Forderungen nach mehr Personal grundsätzlich in die richtige Richtung. Auch ist es gerade für größere Familien bisweilen schwierig, die Kosten für das parallele Studium mehrerer Kinder aufzubringen. Gerade angesichts solcher Fälle hielte ich eine Verbesserung der Kindergeld-Situation für angemessen.
Zwar bin ich kein Befürworter der Forderung, das gestufte Studiengang-System wieder abzuschaffen. Ich sehe indes die Problematik, dass es speziell im Bereich des Bachelors in vielen Fällen Nachbesserungsbedarf gibt. Vor allem ist hochschulübergreifend immer noch eine Reihe von Bachelor-Studiengängen inhaltlich überfrachtet.
(2) Zu den Forderungen an die Leitung der Bergischen Universität Wuppertal halte ich fest: Der Bau eines modernen Hörsaalzentrums mit guter Ausstattung sowie großen und kleinen Hörsälen hat bereits begonnen (!) und wird zu Beginn des Wintersemesters im Jahre 2010 fertig gestellt sein. Hierdurch wird sich die räumliche Situation an unserer Hochschule entscheidend entspannen. Die Verbesserung der technischen Ausrüstung in bestehenden Seminarräumen und Hörsälen setzen wir weiter fort. Das bestehende Kursanmeldesystem funktioniert noch nicht in allen Fächern gleichermaßen gut. An einer Verbesserung der Situation werden wir weiter arbeiten. Dies gilt auch für die Universitätsbibliothek, die im großen Stil erweitert werden soll. Unsere Verwaltung hat es sich zum Ziel gesetzt, immer mehr zum Service-Betrieb für Bedienstete und Studierende zu werden, wobei nicht übersehen werden darf, dass sich bereits jetzt Erhebliches getan hat.
Auch die geforderte studentische Beschwerdestelle ist bereits vor längerer Zeit eingerichtet worden. An der Verbesserung der KiTa-Situation wird aktuell gearbeitet; Erweiterungspläne bestehen bereits. Durch die Einrichtung neuer Master-Studiengänge werden zusätzliche Studiermöglichkeiten für erfolgreiche Bachelor-Absolventen entstehen. Dabei ist zu betonen, dass auch die vorhandenen Master-Angebote noch lange nicht ausgelastet sind.
Abschließend hoffe ich, dass zu erkennen ist, wie viel an der Bergischen Universität Wuppertal bereits vor dem Streik in Bewegung gekommen ist. Natürlich wirken sich nicht alle eingeleiteten Maßnahmen „von heute auf morgen“ aus. Doch ist in absehbarer Zeit mit einer weiteren deutlichen Verbesserung der Studiensituation auch in den überlasteten Fächern zu rechnen.
Ihr Rektor
Lambert T. Koch
