22.06.2009
Bündel von Uni-Software
Programme für 10.000 Rechner/Ein Blick hinter die Firewall:
Das Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung (IV)
In drei Folgen haben wir das Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung der Bergischen Universität, das ZIM, vorgestellt. So wichtig wie Wasser und Strom lautete die Headline der ersten Folge – der Blick hinter die Firewall ließ rasch deutlich werden: Ohne die digitale Kommunikation funktioniert Universität heute nicht (mehr). Und auch nicht ohne Medien, Multimedia-Hörsäle, Multimedia-Vorlesungen – das war Thema der zweiten Folge. Um das Zukunftsfeld E-Learning ging es in Folge 3 – Studentinnen und Studenten „moodlen“ heutzutage, das ist aber kein Kosewort, sondern eine digitale Lernplattform. Im abschließenden vierten Teil unserer ZIM-Serie schildern wir heute, wie bei 10.000 Rechnern an der Bergischen Universität mit den Software- Programmen umgegangen wird. Klar: Der vielfältige Einsatz von Rechnern erfordert die Beschaffung einer Riesenpalette von Software. Dabei unterstützt das ZIM die Fachbereiche und Einrichtungen der Universität vor allem dadurch, dass Lizenzen gebündelt und damit auch die Kosten gesenkt werden.
Zentrale Großlizenzen, sogenannte Campus- und Landeslizenzen, bieten den Universitäten generell kostengünstige Möglichkeiten, die notwendigen Lizenzen für Lehre, Forschung und Studium zu erwerben. Wichtig: Wenn möglich, wird versucht, die Lizenzverträge auch für Studierende zu öffnen. Das ZIM arbeitet deshalb bei der Beschaffung solcher Campus- und Landeslizenzen mit anderen Hochschulen zusammen.
Diese Campus- und Landeslizenzen sind (u.a.!) als Rahmenverträge für die Bergische Universität Wuppertal verfügbar: Adobe CLP, Corel, Maple, Microsoft Select, NAG, Pro/Engineer, SAS, SPSS. Eine Sonderstellung haben die Landeslizenzen von Sun Microsystems und IBM, die von den Uni-Rechenzentren in NRW und teilweise auch von den Fachbereichen hauptsächlich für das IT-Management eingesetzt werden. An der Bergischen Universität wird diese Software in den Bereichen Betriebssysteme und Compiler, Identity Management, Backup sowie CAE verwendet.
In Nordrhein-Westfalen sind einige Arbeitskreise bei der Lizenzbeschaffung aktiv, in denen das ZIM präsent ist, so der Arbeitskreis der Leiter Wissenschaftlicher Rechenzentren in NRW, in dem ZIM-Chef Dr. Karl-Wilhelm Schulte mitarbeitet; diese Runde arbeitet wiederum auch mit dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie zusammen. Dann gibt es den Arbeitskreis „Softwarelizenzen” des ZKI e.V. („Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung“), der u.a. die bundesweite Koordination leistet, und den Arbeitskreis der Anwendungsberater in NRW.
Bis 2007 wurde die Software aus Campus- und Landeslizenzen direkt vom ZIM über einen eigenen Software-Server vertrieben und das Lizenz-Management selbständig abgewickelt. Dieser Dienst wurde seither an die Firma asknet AG, Karlsruhe, ausgelagert, die für die Bergische Universität Wuppertal das Softwareportal uni-wuppertal.asknet.de betreibt.
Weil die Softwareprodukte für Forschung und Lehre in der Regel nicht als Paket mit Datenträgern, Dokumentation und Lizenzen angeboten werden, können bzw. müssen die Lizenzen für die Arbeitsplätze, die Datenträger und gegebenenfalls die Dokumentation getrennt bestellt werden. Eine große Anzahl von Software steht auf dem asknet-Softwareportal für die Bergischen Universität zum sofortigen Download bereit. Für die Bestellung ist eine entsprechende Registrierung erforderlich. Einzelheiten dazu stehen auf der Web-Seite www.zim.uni-wuppertal.de/dienste/software/info-softwareportal.
Für spezielle Anwendungssoftware mit Netzwerklizenzen, etwa für Finite-Elemente-Berechnungen, betreibt das ZIM spezielle Server mit Lizenzmanagern.
Das ZIM bietet seinen Benutzern aus dem umfangreichen Angebot freier Software bzw. Shareware viele Produkte auch leihweise auf CD bzw. DVD an, um lange Download-Zeiten zu ersparen. Die Nachfrage nach den in der Benutzerberatung vorgehaltenen Medien ist aber wegen der zunehmenden Nutzung breitbandiger Netzanbindungen stark zurückgegangen. Angeboten werden u.a. Web-Browser, Office-Programme, Linux-Distributionen, LaTeX-Computersatz. Ein Teil der Software wird auf einem lokalen Server („FTP-Server localftp“) vorgehalten für Anwendungssoftware, die nur an der Universität selbst vertrieben werden darf, u.a. StarOffice, Sophos.
Insgesamt gibt die Bergische Universität über das vom das Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung initiierte Softwareportal jährlich knapp 100.000 Euro für das Software-Geschäft aus. Bei etwa 2000 bestellten Positionen kostet die durchschnittliche Lizenz gerade mal etwas über 50 Euro. Kommentar von ZIM-Chef Dr. Schulte: “Erst durch Software werden Computer zu smarten Werkzeugen. Und wir als ZIM helfen dabei mit, dass diese Software preisgünstig erworben werden kann!“
M.K.
Teil I unserer Serie:
Wichtig wie Wasser und Strom
Wie an der Bergischen Uni moderne digitale Kommunikation funktioniert
Teil II unserer Serie:
Ohne Medien keine Universität
Multimedia-Hörsäle, Multimedia-Vorlesungen – alles ist heute multimedial…
Teil III unserer Serie:
Das Zukunftsfeld E-Learning
80 Prozent der Studenten „moodlen“ – kein Kosewort, sondern Lernplattform
