18.04.17 17:00

Prof. Dr. Gerhard Deimling verstorben

Der Rechts- und Kriminalsoziologe Dr. Gerhard Deimling, von 1972 bis 1989 Professor für Soziologie und Sozialpädagogik an der Bergischen Universität Wuppertal, ist am 8. April im Alter von 82 Jahren in seiner Heimat- und Geburtsstadt Wuppertal verstorben.

Prof. Dr. Gerhard Deimling, 1990.
Foto Universitätsarchiv

Prof. Dr. Gerhard Deimling gehörte von 1972 bis 1983 dem Gründungssenat der damaligen „Bergischen Universität – Gesamthochschule Wuppertal” an und war Gründungskonrektor für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs.

Für „seinen unverwechselbaren Beitrag“ im Rahmen der Gründung der Gesamthochschule Wuppertal wurde Deimling 1979 mit dem Von der Heydt-Kulturpreis der Stadt Wuppertal ausgezeichnet. „Prof. Gerhard Deimling gehörte zu den Wuppertaler Persönlichkeiten, die mit ihrem Engagement die erfolgreiche Gründung unserer Universität erst möglich gemacht haben“, so Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch.

Langjährige Forschungsschwerpunkte von Prof. Deimling waren die Geschichte der Soziologie sowie die Geschichte der Sozial- und Straffälligenpädagogik, zu der er auch zahlreiche Publikationen veröffentlichte. Durch Deimling wurden Fragen der Straffälligenpädagogik, der Delinquenzprophylaxe und der Rehabilitation wichtige Teile der Forschung und Lehre an der damaligen Gesamthochschule Wuppertal.

Zuletzt forschte Deimling über Gerontologie und Alterssoziologie. 1989 gründete er gemeinsam mit Medizinern und Psychologen das Institut für Soziale Gerontologie und Altersmedizin ISOGAM, ein langjähriges „An-Institut“ der Bergischen Uni. Ehrenamtlich tätig war er seit 1968 als Vorsteher eines Bezirks der Ehrenamtlichen Sozialhilfe der Stadt Wuppertal.

Im Laufe seiner Lehrtätigkeit übernahm Prof. Deimling von 1988 bis 1992 eine Gastprofessur an der Universität Łódź und 1991 an der Universität Leipzig. In Leipzig war er von 1991 bis 1994 Mitglied der Gründungskommission der Fakultät für Erziehungswissenschaften.

Gerhard Deimling studierte ab 1955 an der Pädagogischen Hochschule Wuppertal und legte 1957 die „Erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen“ ab. 1957 bis 1960 arbeitete er als Lehrer im Volksschuldienst der Stadt Wuppertal, 1960 bis 1963 war er als Oberlehrer an einer Justizvollzugsanstalt tätig, anschließend studierte er an den Universitäten Köln und Bonn und war gleichzeitig Lehrer an der Pädagogischen Hochschule Wuppertal. Nach seiner Promotion war er Wissenschaftlicher Assistent und wurde 1970 ordentlicher Professor an der Pädagogischen Hochschule Niedersachen. 1972 wurde er zum Professor an der Gesamthochschule Wuppertal ernannt.