Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Sprache wählen

2. Jugendhilfetag mit über 300 Teilnehmern

Viele Kinder wachsen heute – durch Armut und soziale Ungleichheit – unter schwierigen Lebensbedingungen auf. Wie die Kinder- und Jugendhilfe den sich daraus ergebenden Herausforderungen gerecht werden kann, war Thema des 2. Wuppertaler Jugendhilfetages. Rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dafür Ende Februar auf den Campus Freudenberg gekommen. Veranstalter des Jugendhilfetages sind die Arbeitsgemeinschaft 3 der kommunalen Jugendhilfe und die Bergische Universität (Arbeitseinheit Sozialpädagogik am Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften).

Organisatoren und Teilnehmer des 2. Jugendhilfetages in Wuppertal.
Eröffnung des 2. Jugendhilfetag Wuppertal (v.l.n.r.): Ulrich Grotstollen (Stadt Wuppertal), Beate Binsfeld (Wichernhaus Wuppertal), Peter Krause („down-up!“ Wuppertal), Prof. Dr. Getrud Oelerich (Bergische Universität), Bärbel Hoffmann (Vorstand der kommunalen Arbeitsgemeinschaft AG 3), Prof. Dr. Rita Casale (Bergische Universität), Barbara Reinke (Stadt Wuppertal), Dr. Stefan Kühn (Sozialdezernent Wuppertal), Herbert Adrian (Vorstand AG 3) und Detlef Busch (alpha e.V. Wuppertal).
Foto Michael Mutzberg

Dr. Stefan Kühn, Sozialdezernent der Stadt Wuppertal, betonte in seinem Grußwort, dass jedes dritte Kind in Wuppertal in Armutsverhältnissen aufwachse. Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Michael Winkler von der Universität Jena machte in seinem Vortrag deutlich, dass Kindheit heute einerseits so sicher sei wie nie zuvor in der Geschichte, andererseits soziale Ungleichheit nicht auf Armut zu reduzieren sei. Vielmehr müsse von einer Spaltung der Gesellschaft ausgegangen werden, in der ein Drittel der Bevölkerung – und mit ihm die Kinder und Jugendlichen – dauerhaft von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sei.

Prof. Dr. Holger Ziegler von der Universität Bielefeld erklärte, dass angesichts dieser Situation und den sich daraus ergebenden schwierigen Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen aus fachlicher Sicht deutlich mehr Fälle durch die Jugendhilfe bearbeitet werden müssten als aktuell tatsächlich bearbeitet werden. Die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen gerate hier in Konflikt mit den fachlichen Notwendigkeiten und individuellen Rechtsansprüchen der Kinder und ihrer Familien, so Ziegler.

„Mit allen Beteiligten der Kinder- und Jugendhilfe in Wuppertal – Trägern, Jugendamt und Wissenschaft – Grundlagen für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe zu schaffen, ist das Ziel des Jugendhilfetages“, sagte Prof. Dr. Gertrud Oelerich, Erziehungswissenschaftlerin in der Arbeitseinheit Sozialpädagogik. Es ist geplant, den Jugendhilfetag auch weiterhin in einem zweijährigen Turnus stattfinden zu lassen.

Kontakt:
Prof. Dr. Gertrud Oelerich
Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften
Fach Erziehungswissenschaft / Arbeitseinheit Sozialpädagogik
Telefon 0202/439-2589
E-Mail oelerich{at}uni-wuppertal.de