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Kinderschutz: Experten diskutieren Forschungsergebnisse

Wie professionelle Akteure – Sozialarbeiter, Mediziner, Hebammen etc. – mit vermuteter und tatsächlicher Kindeswohlgefährdung umgehen, war Thema eines Forschungsprojekts an der Bergischen Universität Wuppertal. Zum Abschluss des Projektes „Sozialsystem, Kindeswohlgefährdung und Prozesse professioneller Interventionen“ (SKIPPI) findet Freitag, 26. April, und Samstag, 27. April, im Gästehaus auf dem Campus Freudenberg der Kongress „Gesellschaftliche Organisation von Kinderschutz – Wissen, Traditionen, Potenziale“ statt. Veranstalterin ist die Kindheitssoziologin Prof. Doris Bühler-Niederberger.

Prof. Dr. Doris
Bühler-Niederberger

Ziel von SKIPPI als grundlagenorientiertem, soziologischem Forschungsprojekt war es, professionelle Eingriffe bei Kindeswohlgefährdung durch Interviews mit involvierten Berufsgruppen erklärbar zu machen. Dabei ging es vor allem um Vernachlässigungs- und Gewaltproblematiken bei Kleinkindern zwischen 0 und 6 Jahren.

Prof. Bühler-Niederberger führte mit ihren Mitarbeitern Lars Alberth und Steffen Eisentraut in fünf deutschen Kommunen über 100 Interviews durch, die immer von konkreten Fallschilderungen ausgingen. Daraus leiteten die Forscher Erkenntnisse über die professionellen Wissensbestände und Praktiken der Berufsgruppen ab, d.h., worauf achten die Berufsgruppen in Fällen vermuteter Kindeswohlgefährdung typischerweise, wie definieren sie das Problem und mit welchen Strategien und Maßnahmen begegnen sie dem Problem. Außerdem beschäftigten sich Bühler-Niederberger und ihre Mitarbeiter mit den Fragen: Welchen Stellenwert hat das Kind in solchen Interventionen? Wie wird es von den professionellen Akteuren gedeutet und in deren Arbeit berücksichtigt?

Die Wuppertaler Soziologen stellten fest, dass es deutliche Unterschiede zwischen den beteiligten Berufsgruppen gibt. „Würde man die unterschiedlichen Zugangsweisen zu einem Mosaik zusammensetzen“, so Prof. Bühler-Niederberger, „bleibt insbesondere eine Leerstelle zu benennen, nämlich die Sorge um das kindliche Befinden. Dieses findet ungenügend Beachtung.“ Auf der bevorstehenden Tagung wollen die Wuppertaler Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse mit Experten sowie Nachwuchswissenschaftlern aus unterschiedlichen Ländern und Fachdisziplinen diskutieren und gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten.

Das Projekt SKIPPI wurde 2010 bis 2013 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. „Der Kongress ist  nicht nur der Abschluss von SKIPPI, sondern gleichzeitig der Auftakt zu einer neuen Phase, in der weitere Forschung, eine gemeinsame Publikation und Austausch mit Praktikern geplant ist“, so Doris Bühler-Niederberger.

www.skippi.uni-wuppertal.de

Kontakt:
Prof. Dr. Doris Bühler-Niederberger
Soziologie der Familie, Jugend und Erziehung
Telefon 0202/439-2283
E-Mail buehler{at}uni-wuppertal.de

Steffen Eisentraut
Telefon 0202/439-2169
E-Mail eisentraut{at}uni-wuppertal.de