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Ergebnisse einer rheinischen Religionslehrerbefragung

Wie schätzen Religionslehrerinnen und -lehrer die gegenwärtige Situation des Religionsunterrichts ein? Wie ist ihre Haltung zu interkonfessionellen und interreligiösen Kooperationen bzw. zu einem Religionsunterricht, der Konfessions- oder gar Religions-grenzen übersteigen will? Was gehört für sie zu einem qualitätsvollen, zukunftsfähigen Religionsunterricht? – Das waren nur einige der Fragen, die Religionspädagogen der Universitäten Wien und Wuppertal rund 1.100 evangelischen Religionslehrerinnen und

-lehrern aller Schulformen im Rahmen einer Befragung 2013 im Auftrag der rheinischen Landeskirche gestellt hatten. Am Donnerstag, 27. November, präsentieren die Wissenschaftler während eines Studientages in Bonn die Ergebnisse dieser Befragung.

Ausgewertet und interpretiert wurde das umfangreiche Datenmaterial in den religionspädagogischen Instituten der Universitäten Wien (Prof. Dr. Martin Rothgangel, Dr. Philipp Klutz) und Wuppertal (Prof. Dr. Christhard Lück). Hier die Ergebnisse: Rheinische Religionslehrkräfte heben die Schülerinnen und Schüler als wichtigste Bezugsgröße des Religionsunterrichts hervor und stellen diese in das Zentrum ihrer religionsdidaktischen Tätigkeit. Daneben orientieren sie sich stark an ihrem Gewissen und an der Bibel als Basisdokument des christlichen Glaubens. Oft unterrichten sie Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlicher Konfessions- und Religionszugehörigkeiten und – in wachsendem Maße – auch solche ohne Mitgliedschaft bei der evangelischen Kirche.

Die konfessionellen Wurzeln des evangelischen Religionsunterrichts werden von den Befragten überwiegend bejaht. „Zugleich zeigen sie sich sehr kooperationsfreudig und ihre Kooperationswünsche sind hoch“, sagt der Wuppertaler Religionspädagoge Prof. Christhard Lück. Die befragten Lehrkräfte nannten eine Reihe von Zielvorstellungen, mit denen sie sich und ihr Fach zur Schule und Gesellschaft in Beziehung setzen. Mit ihren katholischen Fachkolleginnen und -kollegen stehen sie häufig in einem engen kommunikativen Austausch und wünschen sich eine Verstärkung des interkonfessionellen und interreligiösen Lernens.

„Für den zukünftigen Religionsunterricht suchen sie in der überwiegenden Mehrzahl Wege jenseits der Alternativen von konfessionalistischer Enge und religionskundlicher Orientierung in der Verantwortung des Staates“, so Prof. Lück. Vor diesem Hintergrund gelte es für die Zukunft, qualifizierte Modelle eines konfessionell-kooperativen und interreligiösen Lernens fortzuentwickeln. Die Förderung einer entsprechenden Religionsdidaktik durch die universitäre Religionspädagogik sei wünschenswert.

Weitere Ergebnisse der Studie unter
www.ev-theologie.uni-wuppertal.de

Kontakt:
Prof. Dr. Christhard Lück
Religionspädagogik und Didaktik der evangelischen Religionslehre
Telefon 0202/439-2262
E-Mail lueck1{at}uni-wuppertal.de