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Väter der Wuppertaler Physik werden 80

Der 80. Geburtstag von zwei „Vätern der Wuppertaler Physik“, Prof. Dr. Jürgen Drees und Prof. Dr. Hinrich Meyer, ist Anlass für ein Festkolloquium an der Bergischen Universität Wuppertal am Montag, 2. November. Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr in Hörsaal 4 (Campus Grifflenberg, Gebäude F, Ebene 10).

Nach Grußworten von Prof. Dr. Wolfgang Wagner, Dekan der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften, und Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch, referiert Prof. Dr. Wim de Boer vom Karlsruher Institut für Technologie über „Präzisionsexperimente am LEP und anderswo“ sowie Prof. Dr. Peter Biermann vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie über „Hochenergetische Gamma-Photonen und Protonen von aktiven schwarzen Löchern“.

Um 17.15 Uhr folgt eine Laudatio auf die Jubilare („Ein gutes Team“) von ihrem langjährigen Weggefährten Prof. Dr. Karl-Heinz Becks, 1973 bis 2005 Experimentalphysiker an der Bergischen Universität.

Dezember 2003: Rekord-Doktorvater Prof. Dr. Jürgen Drees im Kreise langjähriger Mitarbeiter, von Doktoranden und Studierenden.

Der Bonner Elementarteilchenphysiker Prof. Dr. Jürgen Drees war der erste Physikprofessor in Wuppertal. Er kam wenige Wochen nach Gründung der Hochschule im November 1972 an die damalige Gesamthochschule und war maßgeblich am Aufbau des Fachbereichs Physik beteiligt.

Bereits während seiner Zeit an der Universität Bonn (sein Doktorvater war der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Wolfgang Paul) hatte Drees sich an der Vorbereitung für ein großes experimentelles Programm am damals geplanten so genannten Super-Proton-Synchrotron (SPS) am internationalen Forschungszentrum CERN in Genf beteiligt, den später berühmt gewordenen Experimenten der Europäischen Müon Kollaboration (EMC).

1981 begann Prof. Drees mit der Arbeit an der Vorbereitung für ein neues experimentelles Programm an dem größten damals geplanten wissenschaftlichen Projekt, dem CERN Elektron-Positron Speicherring LEP, der in einem neu errichteten ringförmigen Tunnel bei Genf mit einem Umfang von 27 Kilometern gebaut wurde. Drees‘ Forschergruppe war am Aufbau des DELPHI Detektors beteiligt und leistete entscheidende Beiträge zum DELPHI Experiment. Der LEP Speicherring ging 1989 in Betrieb und beendete seine Datennahme im November 2000. Prof. Drees wurde im Wintersemester 2000/2001 emeritiert und nahm 2003 seine 66. Promotion ab.

Prof. Dr. Hinrich Meyer

Prof. Dr. Hinrich Meyer kam 1975 – drei Jahre nach Gründung der Wuppertaler Hochschule – als Professor für Experimentalphysik an die Bergische Universität. Als leitender Wissenschaftler war er am Deutschen Elektronensynchrotron DESY in Hamburg der Natur der starken Wechselwirkung auf der Spur. Unter seiner Leitung wurde 1978 mit PLUTO in einem Schlüsselexperiment das Austauschteilchen dieser Wechselwirkung, das Gluon, nachgewiesen. Der Teilchenphysik am DESY ist Hinrich Meyer in dem auf PLUTO folgenden H1-Experiment bis in die Gegenwart treu geblieben.

Zu Beginn der 1980er Jahre ging er mit seiner Gruppe in einer deutsch-französischen Kollaboration und einem 1500 t schweren Experiment in den französischen Alpen der Frage nach, ob das Proton zerfällt. Das Proton sollte sich als stabil erweisen, das Experiment aber wegbahnende Erkenntnisse über die kosmische Strahlung offenlegen. Die Astroteilchenphysik führte Hinrich Meyer schließlich auf die Höhen des Roque des los Muchachos auf der kanarischen Insel La Palma. Dort war er zunächst am Aufbau des HEGRA-Luftschauerexperimentes und dann am Bau des ersten Cherenkov Teleskop-Systems zum Nachweis von Gamma-Quellen beteiligt.

Seit nunmehr fast 15 Jahren emeritiert, arbeitet Hinrich Meyer immer noch am DESY in Hamburg an einem von ihm in Wuppertal begonnenen Experiment zur präzisen Bestimmung der Gravitationskonstanten.

Die Professoren Drees und Meyer waren nicht nur Forscher und akademische Lehrer an der Bergischen Universität, sondern beteiligten sich auch maßgeblich am Aufbau der Hochschule und ihrem Fach Physik. Beide waren Dekane und Prodekane des Fachbereichs Physik und Hinrich Meyer von 1991 bis 1995 auch Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Programm des Festkolloquiums