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Jenseits des Kapitalismus: Internationale Konferenz an der Bergischen Universität

„Jenseits des Kapitalismus. Ein Workshop über Zukunft im Zeichen der Krise“ – das ist der Titel einer internationalen Konferenz, die vom 4. bis 6. Februar an der Bergischen Universität Wuppertal stattfindet.

Die Konferenz wurde unter Leitung von Prof. Dr. Smail Rapic organisiert vom Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent) in Kooperation mit der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften. Als Referenten konnten mehrere international führende Expertinnen und Experten gewonnen werden, darunter Prof. Dr. Colin Crouch (Warwick), Prof. Dr. Nancy Fraser (New York), Prof. Dr. Wolfgang Streeck (Köln) und Prof. Dr. Claus Offe (Berlin). Zur Konferenz haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zehn europäischen Ländern und den USA angemeldet. Veranstaltungsort ist das Gästehaus auf dem Campus Freudenberg.

„Seit der Finanzkrise von 2008, die noch immer anhält und längst zu einer Gesellschaftskrise geworden ist, wird wieder über den Kapitalismus gesprochen – und über die Gesellschaft der Moderne als eine von ihm durchdrungene und in ihrer Entwicklung bestimmte. Der zunehmend ungehinderte Versuch, das soziale Leben, die natürliche Umwelt und die demokratische Politik an die Erfordernisse privater Kapitalakkumulation anzupassen, statt sie vor deren Zumutungen zu schützen, könnte lange befriedete Konflikte über die Legitimität der kapitalistischen Durchrationalisierung und Nutzung der Welt neu aufbrechen lassen und grundlegende Fragen über das zwischenzeitlich befriedete Verhältnis von Kapitalismus und Gesellschaft neu aufwerfen“, sagt der Philosoph Smail Rapic.

Viel spräche dafür, dass der gegenwärtige Kapitalismus, als Wirtschaftsordnung krisenträchtig, auch als Gesellschaftsordnung gescheitert sei, insofern als er die Fähigkeit verloren habe, kollektiven Nutzen aus individuellem Egoismus zu ziehen und dadurch den Gesellschaftsmitgliedern ein Minimum an sozialer Integration, wirtschaftlicher Sicherheit und lebensweltlicher Stabilität zu bieten. „Während der Aufbau verlässlicher sozialer Beziehungen auf den Einzelnen und seine Verantwortung für sich selber abgeschoben wird, fällt einer kleinen Zahl gigantischer, global operierender Unternehmen die Aufgabe zu, die Masse der Bevölkerung durch ein wachsendes und ständig erneuertes Angebot konsumeristischer Glückserlebnisse, von Shopping bis Doping, ruhig zu stellen“, so Rapic.

Die internationale Konferenz stellt die Frage, wie es mit dem Kapitalismus von heute weitergehen wird und womit wir „jenseits des Kapitalismus“ zu rechnen haben, wenn sich das kapitalistische „business as usual“ erschöpft haben wird. Was können wir tun, wenn überhaupt, um das Ende des Kapitalismus aktiv zu gestalten, und wer sind „wir“?

Die Konferenz wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Hans Böckler-Stiftung, der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung und der Stadtsparkasse Wuppertal finanziell unterstützt.

www.jenseits-des-kapitalismus.uni-wuppertal.de