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ZSB-Psychologin Ulrike Leonhardt in den Ruhestand verabschiedet

Nach 22 Jahren an der Bergischen Universität Wuppertal ist die Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin Ulrike Leonhardt in den Ruhestand verabschiedet worden. Sie war in der Zentralen Studienberatung (ZSB) in der orientierenden und psychologischen Beratung für Studierende und Studieninteressierte tätig. Darüber hinaus betreute Leonhardt die studentischen Hilfskräfte der ZSB. Seit 2009 war sie stellvertretende Leiterin der ZSB.

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Foto Janina Zogass

1951 in Braunschweig geboren, wohnte Leonhardt mit ihrer Familie in Schwäbisch Hall und Bad Godesberg, bis sie mit zehn Jahren nach Kiel zogen. Dort machte sie ihr Abitur, gefolgt von einem zehnmonatigen Aufenthalt als Au-pair in London. Sie kehrte nach Kiel zurück, wo sie Psychologie studierte. Später arbeitete Leonhardt im Studienbüro der Ruhr-Universität Bochum, in der Suchtprophylaxe NRW und auch in der freien Wirtschaft, bis sie im August 1994 nach Wuppertal kam.

Hier unterstützte sie Studierende und angehende Studierende im Rahmen von orientierenden oder psychologischen Einzel- oder Gruppengesprächen bei ihrer Zukunftsplanung. Zusätzlich bot die Mutter zweier Töchter Workshops zu Stressbewältigung und (studiumsrelevanten) Themen an.

Haben sich die Studierenden verändert? „Sie sind pragmatischer und leistungsorientierter geworden und absolvieren eine Prüfung nach der anderen“, sagt die diplomierte Psychologin. Die Probleme seien aber die gleichen geblieben: psychischer Druck, Prüfungsangst, Schwierigkeiten im Umgang mit Hochschullehrenden und anderen Mitmenschen, aber auch Probleme existenzieller Natur, z.B. Tod, Krankheit, Trennungen, finanzielle Sorgen. Hinzu käme häufig die Konfrontation mit einer ungewohnten Lebenssituation als Studierende, oft in einer neuen Stadt. Das stelle für viele eine Herausforderung dar.

Nicht nur die Studierenden, sondern auch ihre Arbeit hat sich, so Ulrike Leonhardt, in den letzten Jahren verändert: Früher kamen Schülerinnen und Schüler in die orientierende Beratung, um dort schriftliche Informationen zu Studien- und Berufswahl zu erhalten. Heute – in Zeiten des Internets – ginge es vor allem darum, die Flut an Informationen, die die jungen Menschen bereits mitbringen, zu filtern und auf ihre Relevanz zu prüfen.

Besonders gern erinnert sie sich an die Begegnungen mit bekannten Gesichtern auf dem Campus: „Wenn ich auf der Treppe zur Mensa jemandem mit leuchtenden Augen begegne und der sagt: ‚Das war gut bei Ihnen! ‘ Oder jemand sagt mir, dass er mit seinem Studium fertig ist oder die Partnerschaft gehalten hat. Der ein oder andere ist froh, dass er die Prüfung bestanden hat, dass das Gespräch mit dem Prof. gar nicht mal so schlimm war, wie erwartet. Manchmal bekomme ich auch eine Karte von irgendwoher aus der Welt, auf der ich lese: ‚Mir geht’s super!‘“

Am meisten fehlen werden der 65-Jährigen ihr ZSB-Team, der kollegiale Austausch und das „Lachen über die kleinen Ereignisse des Lebens“. Sie ist dankbar, dass sie in ihrem Beruf junge  Menschen auf ihrem Weg in und durch das Studium begleiten durfte. Es war ihr eine große Freude, sie bei ihrer Selbstverwirklichung zu unterstützen – und so die „Quelle zum Sprudeln zu bringen“. An ihrem Arbeitsplatz, der Universität, schätzte sie die Zusammenarbeit mit Menschen aus der ganzen Welt, mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen, Ideen, Visionen, Menschen, die für ihr Fachgebiet brennen.

Potenziellen Nachfolgern rät Leonhardt genau hinzuhören und -zuschauen, sich Gelassenheit zu bewahren, sich aber auch stets die Möglichkeiten und Grenzen innerhalb ihrer beratenden Tätigkeit vor Augen zu führen.

Ihre neugewonnene Zeit möchte die Neuruheständlerin mit ihren liebsten Hobbies – Malerei und Fotografie – verbringen, auch freut sie sich auf längere Reisen: „Endlich spontan sein können – den Rucksack auf und los!“ Einer Rückkehr an die Uni, um ehrenamtlich weiterhin Workshops für die ZSB anzubieten, wäre sie durchaus zugetan. Wovon träumt Ulrike Leonhardt? „Das ändert sich bei mir. Momentan träume ich davon, in vier Jahren mit Freunden in einem Mehrgenerationenprojekt zusammenzuleben, noch immer gesund und gut gelaunt zu sein – und vielleicht das ein oder andere Bild gemalt zu haben.“