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Der Rotulus im Gebrauch. Mittelalterliche Rollenhandschriften aus Privatbesitz
Ausstellung in der Universitätsbibliothek

Begleitend zur Internationalen Tagung „Der Rotulus im Gebrauch“ (21.-23. September) an der Bergischen Universität zeigt die Universitätsbibliothek ab Montag, 12. September, mittelalterliche Rollenhandschriften aus dem Privatbesitz von Historiker Prof. Dr. Mark Mersiowsky (Uni Stuttgart). Die Bandbreite der Exponate reicht von Rechnungsrollen über Rentverzeichnisse, Zeugenaussagen, Gerichtsprotokollen, chronologischen Fragmenten bis zu dem illuminierten Fragment einer französischen Universalchronik mit genealogischen Stammbäumen.

Die Ausstellung veranschaulicht anhand ausgewählter Stücke die Bandbreite der Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten von Rotuli, die im administrativen Bereich für die wirtschaftlichen Umbrüche Europas zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielten. Mit Hilfe der Rotuli konnten die Grundherren den Zugriff auf ihr Eigentum und Abgaben intensivieren und so größere Ressourcen aktivieren, was nicht nur für die europäische Wirtschaft, sondern auch für die Politik der folgenden Jahrhunderte nicht ohne Folgen blieb.

Sowohl auf der Tagung als auch im Rahmen der Ausstellung kommen daher den Gebrauchsspuren und ihrer Aussagekraft eine besondere Aufmerksamkeit zu. Dass der Rotulus nicht allein ein europäisches oder nur mittelalterliches Phänomen ist, veranschaulichen Exponate aus anderen Kulturräumen wie das Fragment einer Thorarolle auf Pergament  oder Zauberrollen, die als Talisman bei magischen Heilungen dienten. Gezeigt werden ein derartiger Pergamentrotulus aus Amhara (19. Jahrhundert) sowie eine japanische Schriftrolle und ein Yao-Rituale aus Myanmar oder China.

Die Ausstellung ist bis zum 30. September im Foyer der Universitätsbibliothek auf dem Campus Grifflenberg (Gebäude BZ, Ebene 7) zu sehen. Die Bibliothek ist montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr und samstags von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

http://blog.bib.uni-wuppertal.de