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BERGISCHE TRANSFERGESCHICHTEN:
Was macht ein Philosoph im Zoo?

„Forschung heißt, philosophische Denkbewegungen sichtbar machen“, sagt der Philosoph und Professor für Kulturphilosophie und Ästhetik an der Bergischen Universität Wuppertal, Prof. Dr. Gerald Hartung, in einem Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Anke Kahl, Prorektorin für Planung, Finanzen und Transfer, und Dr. Peter Jonk, Leiter der Wissenschaftstransferstelle.

Ein wichtiges Thema des Gesprächs war die Frage nach dem Transferverständnis von Prof. Hartung. Da hat der Philosoph ganz klare Vorstellungen: Transfer bedeutet für ihn die Übermittlung von Wissen an ein heterogenes Publikum (also zum Beispiel die breite Öffentlichkeit) und nicht so sehr die Vermittlung an ein Fachpublikum.

Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Hartung liegen in den Bereichen Kulturphilosophie, Philosophische Anthropologie, Theorie der Philosophiegeschichtsschreibung und Editionswissenschaft. Darüber hinaus widmet er sich der Forschung zur Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der deutsch-jüdischen Kultur- und Geistesgeschichte der Moderne. Er ist unter anderem Herausgeber des mehrbändigen Werkes „Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie des 19. Jahrhunderts. Philosophie im deutschsprachigen Raum“.

Prof. Dr. Gerald Hartung

Den Transfergedanken setzt Prof. Hartung unter anderem mit einer durch die Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projektpartnerschaft mit dem Titel „Denkwerk“ um. Gemeinsam mit Wissenschaftlern, Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden werden – mit Blick auf das Projektthema „Welche Natur brauchen wir für ein gutes Leben? Zur Bedeutung von Natur im 21. Jahrhundert“ – Orientierungskurse erarbeitet, die als Grundlage eines bewussten und nachhaltigen Umgangs mit Natur als Umwelt des Menschen dienen können.

Dass Prof. Hartung philosophische Denkbewegungen wirklich sichtbar macht, zeigt auch seine Auszeichnung mit dem Wuppertaler Lehrlöwen für hervorragende Lehre in der Kategorie
„Innovationspreis“ 2016. Parallel zur Ausstellung „Edgar Degas und Auguste Rodin – Giganten im Wettlauf zur Moderne“ organisiert Prof. Hartung eine Vortragsreihe im Von der Heydt-Museum. An sechs Abenden – zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 – halten Vertreter der Kunstwissenschaft, Romanistik, Kulturwissenschaft und Philosophie Vorträge, in denen die Impulse der ausgestellten Werke aufgenommen und in disziplinärer Perspektive vorgestellt werden. In den Vorträgen geht es um gemeinsame Reisen in die beeindruckende Kulturszene der Metropole Paris, der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts, die von der Malerei des Lichts und von impressionistischer Plastik geprägt war.

Der nächste Vortrag findet am Dienstag, 17. Januar, statt. Prof. Dr. Hans Körner (Düsseldorf) spricht dann über das Thema „Roher Stein und Bild – Die Materialität der Erinnerung im französischen Denkmal des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“.

Außerdem ist Prof. Hartung für die „Wuppertaler Zoogespräche“ verantwortlich, die seit 2012 als Teil der Studium-Generale-Vortragsreihe „Was ist der Mensch?“ im Menschenaffenhaus des Zoos stattfinden. Diese Kooperation der Fachgruppe Philosophie mit dem Zoologischen Garten Wuppertal ist inzwischen zu einer eigenen Vortragsreihe zur Primatologie, der biologischen sowie philosophischen Anthropologie geworden: Aktuelle Forschungsberichte und wissenschaftliche Erkenntnisse werden in Abendvorträgen mit anschließender Diskussion vorgestellt.

Das nächste Zoogespräch findet am Dienstag, 24. Januar um 18 Uhr im Zoologischen Garten Wuppertal statt. Prof. Dr. Roland Borgards (Würzburg) spricht über „Literarische Primatographie. Wilhelm Hauffs Märchenerzählung ‚Der Affe als Mensch‘“.

UWE BLASS

www.transfer.uni-wuppertal.de/veranstaltungen-aktivitaeten/transfergeschichten/prof-dr-gerald-hartung.html