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Medizinische Versorgung in Altenpflegeeinrichtungen:
Wie sich die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten verbessern lässt

Wie lässt sich die medizinische Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern in deutschen Altenpflegeeinrichtungen optimieren? Diese Frage wird seit dem 1. April 2018 im Projekt „SaarPHIR“ unter Beteiligung der Arbeitsgruppe „Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomische Evaluation“ der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu untersucht. SaarPHIR steht für „Saarländische Pflegeheimversorgung Integriert Regelhaft“ und ist möglich dank einer Förderung aus dem Innovationsfonds des Bundes in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Durch den Fonds werden Projekte gefördert, die neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung bringen.

Im Rahmen von SaarPHIR soll die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Altenpflegeeinrichtungen optimiert werden.
Foto Colourbox

Die aktuelle medizinische Versorgung sieht meist so aus, dass unterschiedliche Ärztinnen oder Ärzte zu unterschiedlichen Zeiten mit eher kurzen sowie nicht immer abgesprochenen Anwesenheitszeiten ins Heim kommen. Standards der Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Pflegeheimen sind nur vereinzelt vorhanden. Das soll sich im Rahmen von SaarPHIR ändern. Um die strukturierte Zusammenarbeit zu fördern, bilden niedergelassene Ärzte regionale Versorgerteams, die für die Einrichtungen verfügbar und erreichbar sind. Den Ärzten wiederum stehen geschulte Pflegekräfte als Ansprechpartner zur Verfügung. Gemeinsam erstellen sie für die Bewohner individuelle Versorgungspläne – mit besonderem Blick auf die Arzneimitteltherapiesicherheit.

Darüber hinaus finden Fall- und Teambesprechungen zwischen Ärzten und Pflegekräften statt. Sie sollen eine gemeinsame Sicht auf den einzelnen Pflegeheimbewohner ermöglichen. Dadurch können Behandlungsschritte besser als bisher abgestimmt werden. Ziel des Projektes ist es, durch diese Maßnahmen die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Einrichtungen zum Wohle der Bewohner zu intensivieren. Durch eine engere zeitliche und medizinisch-pflegerische Abstimmung der Haus- und Fachärzte mit dem Pflegepersonal in den Einrichtungen soll unter anderem eine Reduktion unnötiger Einweisungen in Krankenhäuser erreicht werden.

SaarPHIR ist ein Verbundprojekt unter Beteiligung der BARMER als Initiatorin und Konsortialführerin, der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, der Saarländischen Pflegegesellschaft, der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, der Knappschaft Bochum – Regionaldirektion Saarbrücken, der DAK Rheinland-Pfalz/Saarland, der IKK Südwest, der Techniker Krankenkasse Saarland, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau – Landwirtschaftliche Krankenkasse, der BKK Landesverband Mitte, der Verband der Ersatzkassen, der Universität des Saarlandes, der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes sowie der Bergischen Universität Wuppertal. Weitere Projektpartner sind die Apothekerkammer des Saarlandes, die Ärztekammer des Saarlandes, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung im Saarland sowie der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar.

Kontakt:
Jun.-Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu
Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft - Schumpeter School of Business and Economics
Telefon 0202/439-1381
E-Mail: koeberlein{at}wiwi.uni-wuppertal.de