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ARD Brennpunkt, ZDF spezial & Co.:
DFG-Forschungsprojekt zu medialen Störungen nimmt Sondersendungen ins Visier

Welche Kriterien führen zur Produktion einer Sondersendung? Welche Elemente prägen diese spezifische Form audiovisueller Texte? Welche Potenziale entfalten Sondersendungen bei der rituellen Störungsbearbeitung? Und wie gestaltet sich die Anschlusskommunikation in den sozialen Medien? Um diese und andere Fragen dreht sich das laufende Forschungsprojekt „Mediale Störungen. Strukturen und Funktionen von Fernsehsondersendungen in der politischen Medienkultur Deutschlands“, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dahinter stehen das Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg (Prof. Dr. Andreas Dörner) und die Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Bergischen Universität (Prof. Dr. Ludgera Vogt).

Welche Kriterien führen zur Produktion einer Sondersendung? So lautet eine der Fragen, mit denen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen.
Foto Colourbox

Der Fokus liegt auf ARD Brennpunkt und ZDF spezial. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie diese Sendungen Störungen der „Normalität“ aufgreifen und modellieren. „Sie inszenieren ein komplexes Geschehen, das darin besteht, eine eingetretene Störung zu konstituieren, ihren Entstörungsprozess zu begleiten, Folgen aufzuzeigen und vor allem die Wiederherstellung einer (symbolischen) Ordnung zu leisten“, erläutern Prof. Dr. Dörner und Prof. Dr. Vogt. „Dieser Akt weist in starkem Maße rituelle Aspekte auf.“

Um sich dem Untersuchungsgegenstand zu nähern, kommt das Konzept der ethnografisch eingebetteten Videoanalyse zum Einsatz. Das heißt: Interviews und Beobachtungen liefern notwendige Einblicke in Entscheidungs- und Produktionsprozesse, während gleichzeitig eine umfangreiche Materialanalyse stattfindet. Auf diesem Weg soll eine Typologie erstellt werden, um systematisch den massenkommunikativen Prozess der Konstruktion von Störung, Entstörung und Wiederherstellung von Ordnung zu erfassen sowie ein Verständnis für dessen Funktion in der politischen Medienkultur zu schaffen.

Kontakt:
Prof. Dr. Ludgera Vogt
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Telefon 0202/439-3951
E-Mail lvogt{at}uni-wuppertal.de