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Übersetzen aus dem Lateinischen als Forschungsfeld:
Rückblick auf einen Workshop an der Bergischen Universität

„Das Übersetzen aus dem Lateinischen als Forschungsfeld“ stand im Fokus des gleichnamigen Workshops Ende Juni an der Bergischen Universität Wuppertal. Insgesamt elf Vorträge näherten sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven – von literaturwissenschaftlich über didaktisch bis zu übersetzungspraktisch. Initiator der Veranstaltung: die Fach-Arbeitsgruppe Latein, unterstützt durch das Projekt „Kohärenz in der Lehrerbildung“, das im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wird.

Begrüßt wurden die mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Dr. Thomas Doepner von der Bezirksregierung Düsseldorf. Anschließend beleuchteten PD Dr. Nina Mindt und Prof. Dr. Carsten Sinner das Workshop-Thema aus translationswissenschaftlicher Sicht: Während die Wissenschaftlerin der Bergischen Universität u.a. Übersetzungsreflexionen im Kontext des Übersetzens antiker Texte vorstellte, ging der Experte der Universität Leipzig auf die selektive Rezeption der Translationswissenschaft innerhalb der klassischen Philologie ein und verdeutlichte dabei auch Schwierigkeiten.

Der sich anschließende sprach- und literaturwissenschaftliche Block drehte sich um folgende Fragen: Wo beschäftigt sich die (System-)Linguistik mit Übersetzungsfragen? An was für Stellen lohnen genauere linguistische Untersuchungen über die traditionelle Schulgrammatik hinaus, um genauer übersetzen zu können? Und welche spezifischen Herausforderungen stellen (spätantike) lateinische Texte? Zu den Vortragenden gehörten Dr. Roland Hoffmann (Gymnasium Nieder-Olm, Reihenherausgeber Studienbücher zur lateinischen Linguistik), Bianca Liebermann (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Bardo Gauly (Katholische Universität Eichstätt) und Prof. Dr. Stefan Freund (Bergische Universität).

Im fachdidaktischen dritten Teil brachten Dr. Ulf Hamacher (Quirinus Gymnasium Neuss) und Jens Heße (Gymnasium Adolfinum in Moers) ihre Erfahrungen aus Schule und Lehrerausbildung in die Diskussion ein – ergänzt durch Jun.-Prof. Dr. Monika Vogel von der Uni Wuppertal. Sie sprach über Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes neuer Medien bei der Übersetzung.

Den Abschluss des Workshops bildeten die Vorträge mit Schwerpunkt Übersetzungspraxis von Prof. Dr. Kai Brodersen (Universität Erfurt) und dem Altphilologen Prof. Dr. Niklas Holzberg (Emeritus LMU München). Sie stellten Möglichkeiten und Schwierigkeiten des Übersetzens von Fachtexten und Versübersetzungen heraus.