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Projekt „Happy Power Hour II“ erhält EnergieInnovationsPreis.NRW 2018

Bereits zum zweiten Mal zeichneten das Land Nordrhein-Westfalen und die EnergieAgentur.NRW herausragende Innovationen im Energiebereich mit dem EnergieInnovationsPreis.NRW aus. Den ersten Preis in der Kategorie „Energieeffizienz“ erhielt die Ferrum Edelstahlhärterei GmbH aus Augustdorf für die Flexibilisierung ihrer Produktionsprozesse im Rahmen des Projektes „Happy Power Hour II“ der Bergischen Universität Wuppertal. Der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek wurde darüber hinaus als Initiator und Konsortialführer des Projekts mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Bei der gestrigen Preisverleihung (v.l.n.r.): Staatssekretär Christoph Dammermann, Daniel Müller, Prokurist & kaufmännischer Leiter/Ferrum Edelstahlhärterei GmbH, David Schulz, Projektverantwortlicher/Ferrum Edelstahlhärterei GmbH, Benedikt Dahlmann, Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek und Lothar Schneider.
Foto EnergieAgentur.NRW/Klaus Voit
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Den Preis übergaben Staatssekretär Christoph Dammermann und Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, gestern an Daniel Müller und David Schulz von der Ferrum Edelstahlhärterei GmbH. Sie wurden begleitet von den Wuppertaler Wissenschaftlern Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek und Benedikt Dahlmann, Leiter des Projekts „Happy Power Hour II“.

„Wir freuen uns sehr, dass eines der mutigen Unternehmen, das sich als Industriepartner dem Projekt „Happy Power Hour II“ angeschlossen hat, belohnt wird und nun verdienterweise mit dem EnergieInnovationsPreis.NRW ausgezeichnet wird“, sagt Prof. Zdrallek. Benedikt Dahlmann, Forschungsgruppenleiter und Leiter des Projekts „Happy Power Hour II“ freut sich, dass der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik durch den vergebenen Sonderpreis stellvertretend für das gesamte Projekt ausgezeichnet wurde.

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien wächst der Anteil der elektrischen Stromerzeuger, die in Abhängigkeit vom Wetter elektrische Energie erzeugen. Wegen der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energien kommt es an den kurzfristigen Strommärkten zu teils stark variierenden Strompreisen – bis hin zu negativen Preisen. Durch Flexibilisierung von Teilen der Produktion – Erhöhung des Stromverbrauchs zu Zeiten günstigen Stroms und die Reduzierung des Stromverbrauchs zu Zeiten teuren Stroms – ist eine erhebliche Optimierung der Strombezugskosten möglich.

Das Wuppertaler Projekt „Happy Power Hour II“ entwickelt einen dynamischen Stromtarif, der die Strompreisschwankungen abbildet und somit einen Lastverschiebungsanreiz bietet. Durch einen dynamischen Stromtarif kann die Industrie einen Teil ihrer Prozesse automatisiert in Zeiten mit günstigen Strompreisen betreiben. „Mit dem Projekt können wir vorhandene, aber bisher ungenutzte Flexibilitäten bei mittelständischen Unternehmen erschließen und zum Vorteil für die Unternehmen und das Stromsystem einsetzen“, so Prof. Zdrallek.

Für das Forschungsprojekt konnten zehn mittelständische Industrieunternehmen unterschiedlichster Branchen, zum Beispiel aus der Holz-, Silikon-, Chemie- sowie Lebensmittelindustrie gewonnen werden. Anfang 2018 startete bei der jetzt gemeinsam mit der Bergischen Universität prämierten Ferrum Edelstahlhärterei GmbH aus Augustdorf der Feldtest. Ziel ist es, die zuvor simulierten Einsparungen der Strombezugskosten von bis zu 83 Prozent des Börsenstrompreises, in die Tat umzusetzen.

Das Forschungskonsortium besteht aus dem Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik der Bergischen Universität Wuppertal, WSW Energie & Wasser AG, NetSystem Netzwerk- und Systemtechnik GmbH, Neue Effizienz – Bergische Gesellschaft für Ressourceneffizienz mbH sowie der Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production GmbH und wird mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Millionen Euro aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

www.happy-power-hour.de

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek
Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik, Medientechnik
Telefon 0202/439-1976
E-Mail zdrallek{at}uni-wuppertal.de

Benedikt Dahlmann
Telefon 0202/439-1946
E-Mail benedikt.dahlmann{at}uni-wuppertal.de