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Historiker Prof. Dr. Günther van Norden verstorben

Der Historiker Prof. Dr. Günther van Norden, bis 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte und der Didaktik der Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal, ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 90 Jahren verstorben.

Von 1961 bis 1993 lehrte und forschte Prof. van Norden in Wuppertal. Er war zunächst Dozent an der Abteilung Wuppertal der Pädagogischen Hochschule Rheinland – als deren letzter Dekan er den Gründungsvorgang der neuen Gesamthochschule Wuppertal begleitete –, und später Direktor des Historischen Seminars der Universität. Der Historiker trug gemeinsam mit seinem Fachkollegen Prof. Karl-Hermann Beeck maßgeblich zum Aufbau und zur Entwicklung des Fachs Geschichte in Wuppertal bei.

Sein wissenschaftliches Interesse galt insbesondere der kirchlichen Zeitgeschichte. So leitete er jahrelang den entsprechenden Ausschuss der Evangelischen Kirche im Rheinland. In seiner Dissertation befasste er sich mit dem „Kirchenkampf“ im „Dritten Reich“. Darüber hinaus stellte er die Ergebnisse seiner Forschungen zum Verhältnis von Kirche und nationalsozialistischem Staat in zahlreichen Veröffentlichungen dar. Noch als Emeritus nahm er in vielen Aufsätzen Stellung zu den umstrittenen Details dieses spannungsgeladenen Verhältnisses. Prof. van Norden war bis zu seinem Tod Mitglied des Hochschullehrerverbandes, des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte sowie Ehrenmitglied der Gesellschaft für die Geschichte des reformierten Protestantismus.

„Günther van Norden hat sich bleibende Verdienste erworben. Er war einer der Männer der Ersten Stunde der akademischen Geschichtswissenschaft in Wuppertal und wird als dieser in Erinnerung bleiben“, sagt Prof. Dr. Gerrit Walther, Dekan der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften.