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Erinnerung an Alt-Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Siegfried Maser

Alt-Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Siegfried Maser wäre am 30. November 80 Jahre alt geworden. Der 2016 verstorbene Designtheoretiker gehörte zur Gründungsgeneration der Bergischen Universität Wuppertal und war fast 40 Jahre sehr eng mit ihr verbunden. Von 1983 bis 1987 war Maser zunächst Prorektor für Studium und Lehre und übernahm 1987 das Amt des Rektors, das er bis 1991 innehatte. In einer Rede anlässlich der Trauerfeier der Universität im Jahre 2016 würdigte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch das langjährige Wirken Prof. Masers sowie seine großen Verdienste um die Bergische Universität. Mit ihm habe die Hochschule eine herausragende Persönlichkeit und einen Kollegen verloren, den er für seine kluge und liebenswürdige Art stets besonders geschätzt habe.

Foto Friederike von Heyden

Siegfried Maser wurde am 30. November 1938 als Sohn eines Tischlermeisters in Stuttgart geboren und verbrachte seine Schulzeit in Korntal. Sein akademischer Weg führte ihn von Stuttgart über Braunschweig nach Wuppertal. Nach dem Studium der Mathematik, Philosophie und Physik promovierte er bei Max Bense in Stuttgart und habilitierte sich nach drei Jahren mit einer Arbeit über Numerische Ästhetik. 1971 wurde er auf die Professur für Systemforschung und Planungstheorie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig berufen, wo er fünf Jahre später das Rektoramt übernahm. 1978 erhielt er den Ruf auf die Professur für Designtheorie an der noch jungen Bergischen Universität. Hier erhielt er den ersten Lehrstuhl für Designtheorie in Deutschland. Den Theoriediskurs im Design hat Siegfried Maser im deutschen Sprachraum etabliert und maßgeblich vorangetrieben.  

An der Gesamthochschule Wuppertal wurde er 1983 zum Prorektor für Studium und Lehre und 1987 zum Rektor gewählt. Das Amt des Rektors übte er vier Jahre lang aus und stellte in dieser Zeit die Weichen für die weitere Entwicklung und das Wachstum der heutigen Bergischen Universität Wuppertal. Sein besonderes Engagement galt stets dem wissenschaftlichen und studentischen Austausch – so war er maßgeblich am Aufbau der Kooperationsbeziehungen mit der Universität Košice beteiligt, die ihm 1991 dafür die Ehrendoktorwürde verlieh.

Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2004 blieb Prof. Maser ein aktives Mitglied der Wuppertaler Hochschule. Er unterstützte vor allem internationale Studierende und Promovierende an seiner Fakultät und nahm nebenbei auch noch Lehraufträge an der Fachhochschule Salzburg und der ecosign/Akademie für Gestaltung in Köln wahr.

Als Bürger seiner Wahlheimatstadt Wuppertal engagierte sich Prof. Maser ganz besonders für Wuppertals Partnerstadt Liegnitz in Polen. Seit 1994 leitete er den Wuppertaler Freundeskreis Liegnitz e.V. und trieb den freundschaftlichen Dialog zwischen beiden Städten voran. Für seinen Einsatz um die deutsch-polnische Verständigung wurde Maser 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In Polen wurde ihm darüber hinaus der international renommierte „Orden des Lächelns“ verliehen. Zudem war Prof. Maser Träger des Wuppertaler Toleranzordens.