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Selbstbild verbessern: Wuppertaler Psychologen wollen Wirksamkeit eines neuen Online-Trainings testen

Vielen Menschen ist ihr Aussehen wichtig. Sie kümmern sich um sich. Manche Menschen sorgen sich jedoch mehr als andere um bestimmte Aspekte ihres äußeren Erscheinungsbildes. Ein Zustand, der die Betroffenen belastet und im Alltag einschränkt. Sie schämen sich, über ihre Sorgen zu sprechen. Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Bergischen Universität Wuppertal unter der Leitung von Prof. Alexandra Martin hat ein internetbasiertes, mehrwöchiges Training entwickelt, das dabei helfen soll, das eigene Selbstbild zu verbessern. Das Online-Programm „imagin“ wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie kostenlos angeboten und ist zeit- und ortsunabhängig nutzbar. Die Arbeitsgruppe sucht derzeit nach freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

„Die Angst vor Ablehnung und Ausschluss aufgrund des eigenen Aussehens kann ein Zeichen für eine körperdysmorphe Störung sein“, erklärt die Wuppertaler Diplom-Psychologin Dr. Katrin Schoenenberg. Um derartigen Situationen vorzubeugen, achten Betroffene beispielsweise intensiv auf Körperpflege, Kleidung oder überprüfen ihr Aussehen ständig. „Für Personen, die durch die häufige Beschäftigung mit ihrem Aussehen belastet sind und sich ihre Hauptsorgen nicht auf das Körpergewicht beziehen, kann imagin etwas sein“, fährt Schoenenberg fort. Ob Nase, Haut, Haare oder Größe und Form anderer Körperteile – generell können alle Bereiche des Köpers betroffen sein.

Das 10-wöchige Programm basiert auf der Methode der kognitiven Verhaltenstherapie. Es gliedert sich in sieben Module verschiedener thematischer Schwerpunkte. Jedes Modul beginnt mit einem Wissensteil, in dem Informationen und Hintergründe dargestellt sind, und einer Beobachtungsaufgabe, um die Relevanz des Themas individuell zu prüfen. Danach folgen Übungen, um das Verhalten probeweise zu verändern und dadurch neue Erfahrungen zu machen. Diese Übungen werden dokumentiert, damit das Studienteam der Universität Wuppertal am Ende des Moduls eine individuelle Rückmeldung und Tipps zu weiteren Schritten geben kann. Die Bearbeitung eines Moduls dauert ein bis zwei Wochen. „Imagin soll dabei helfen, ungünstige gedankliche Beschäftigungen mit dem Aussehen langfristig positiver zu gestalten und dass sich bislang bestehende Einschränkungen in der alltäglichen Lebensführung auflösen“, so Schoenenberg.

Colourbox / Montage

Die Teilnahme am Programm setzt die Teilnahme an der dazugehörigen Studie voraus. In dieser soll die Wirksamkeit der durch Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen internetbasierten psychologischen Intervention bei einer körperdysmorphen Störung überprüft werden. Für andere Problembereiche liegen bereits Studien vor, die eine vergleichbare Wirksamkeit von internetbasierten Therapieprogrammen und Face-to-Face-Therapien zeigen. Für die körperdysmorphe Störung existiert dazu bisher eine Studie einer schwedischen Arbeitsgruppe. „Hier haben die Ergebnisse gezeigt, dass die Online-Behandlung die Symptome signifikant reduzieren konnte“, fasst Schoenenberg zusammen. Mit „imagin“ wollen die Wuppertaler Expertinnen und Experten daran anknüpfen.

Weitere Informationen für Personen, die an der Teilnahme interessiert sind, gibt es hier. Zudem haben die Forscherinnen und Forscher einen Screening-Fragebogen entwickelt, um festzustellen, ob das entsprechende Störungsbild vorliegen könnte. Auch darüber lässt sich Kontakt zur Arbeitsgruppe aufnehmen.

Kontakt:
Dr. Katrin Schoenenberg
Diplom-Psychologin
Klinische Psychologie und Psychotherapie
E-Mail imagin{at}uni-wuppertal.de
Tel 0202/439-2824