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Neuer Professor für Data and Knowledge Engineering

Dr. Bela Gipp, zuvor Junior-Professor für Information Science an der Universität Konstanz, ist neuer Professor für Data & Knowledge Engineering an der Bergischen Universität Wuppertal.

Foto Friederike von Heyden
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In der Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik und Medientechnik widmet sich Prof. Gipp den Forschungsschwerpunkten Datenanalyse, Gewinnung und Visualisierung von Informationen aus großen Datenbeständen sowie Intelligente Informationssysteme. Zudem zählen die Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten der so genannten Blockchain-Technologie für Wissenschaft und Gesellschaft zu seinen Forschungsfeldern.

Sein Informatik-Studium absolvierte Gipp in Magdeburg – mit Auslandsaufenthalten in Sydney, Peking und Berkeley. Für seine Promotion forschte er die meiste Zeit an der University of California, Berkeley. Im Rahmen seiner Promotionsarbeit entwickelte Gipp ein Softwaresystem für die semantische Dokumentenanalyse, das zum Beispiel Anwendung im Bereich der Plagiatserkennung findet. Nach Postdoc-Aufenthalten in Berkeley und Tokio wurde Gipp 2015 an die Universität Konstanz berufen. Dort etablierte er die Forschungsgruppe Information Science, die er innerhalb von drei Jahren zu einem Team von zwölf Promotionsstudierenden und zwei Postdocs ausbaute.

„Meine vier Jahre in Berkeley waren stark von der Nähe zum Silicon Valley geprägt“, berichtet Gipp. Diese Nähe zur Innovationshochburg in Kalifornien spiegelt sich auch in verschiedenen forschungsbezogenen Ausgründungen wider. So ist Gipp u.a. Mitgründer eines Startups, welches ein Literaturverwaltungsprogramm für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende entwickelt. „Das Programm nutzen heute rund 50.000 Forscherinnen und Forscher für ihr Wissensmanagement sowie die Organisation und Erstellung wissenschaftlicher Texte“, sagt Gipp. Aus einem anderen Forschungsprojekt entstand die OriginStamp AG – die durch das Unternehmen entwickelte Webanwendung ermöglicht es, auf Basis der Blockchain-Technologie, digitale Inhalte, wie zum Beispiel Fotos und Videos, aber auch Daten im Kontext von Industrie 4.0 mit einem Zeitstempel zu versehen, der im Nachhinein nicht verändert werden kann. „Die Manipulation oder Zensur der Daten wird damit praktisch unmöglich“, erklärt Gipp den angestrebten Nutzen.

„Forschungsergebnisse gemeinsam mit Kollegen, Mitarbeitern und Industriepartnern in marktfähige Lösungen zu überführen, macht mir bereits seit meiner Jugend großen Spaß“, sagt Gipp. Als Jugendlicher gewann er dreimal den Wettbewerb „Jugend forscht“ auf Landesebene und machte in diesem Zusammenhang u.a. mit dem „GSM Schutzengel“ auf sich aufmerksam. Dabei handelt es sich um ein System für das Mobiltelefon, das Verkehrsunfälle automatisch meldet, ortet und den Notarzt benachrichtigt. Im Anschluss an „Jugend forscht“ gewann das Projekt mehrere Preise bei Businessplan-Wettbewerben und mündete in Gipps erster Firmengründung. 2004 wurde dieses Unternehmen an einen US‑Investor verkauft. Die Idee des GSM Schutzengels wird heute durch das Notrufsystem „eCall“ weitergeführt, welches mittlerweile eine verpflichtende Sicherheitsausstattung für alle in der EU zugelassenen Neufahrzeuge ist.

Inzwischen unterstützt Bela Gipp die Stiftung des Wettbewerbs „Jugend forscht“ als Jury‑Mitglied im Bereich Informatik. Auch steht er gründungsinteressierten MINT‑Studierenden als Mentor beiseite.

Weitere Informationen sowie die Pressemitteilung in englischer Sprache stehen auf der Seite der Forschungsgruppe zur Verfügung: www.dke.uni-wuppertal.de

Kontakt:
Prof. Dr. Bela Gipp
Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik und Medientechnik
Lehrstuhl für Data & Knowledge Engineering
Telefon 0202/439-1874
E-Mail gipp{at}uni-wuppertal.de