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Restaurierung abgeschlossen: Drei historische Drucke wieder zurück in der Universitätsbibliothek

Eine großformatige Tacitus-Ausgabe von 1589 mit lederüberzogenen Holzdeckeln, ein in Pergament eingebundenes Buch aus dem 17. Jahrhundert mit einem kontroverstheologischen Werk des Hugenotten Daniel Chamier und eine 1563 gedruckte handliche Textausgabe des antiken griechischen Autors Lukian – dies sind die ersten drei Bücher aus der Dauerleihgabe des Wuppertaler Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums, die die Bibliothek der Bergischen Universität Anfang des Jahres zum Restaurieren außer Haus gab und nun zurückerhalten hat.

Bearbeitung des beschädigten Buchrückens in der Restauratorenwerkstatt des LVR.
Fotos LVR-AFZ, Papierrestaurierung

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, so Dietmar Kallwellis, Spezialist für Altbestände in der Wuppertaler Universitätsbibliothek. „Wo sich vorher noch deutlich die Spuren jahrhundertelanger Benutzung durch wechselnde Besitzer zeigten – z. B. gelockerte Bindungen, aufgeplatzte Pergamentüberzüge oder ein gebrochener, wurmstichiger Buchdeckel –, sieht man jetzt die Bände in gereinigtem und gebrauchsfähigem Zustand und so weit repariert, wie es den Grundsätzen der Altbestandsrestaurierung entspricht, d. h. unter möglichst geringem Eingriff in die Originalsubstanz der Objekte.“

Durchgeführt wurde die Restauration in der Restauratorenwerkstatt des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in Pulheim-Brauweiler. Die Universitätsbibliothek konnte dabei von Fördermitteln profitieren, die über den LVR zur Bezuschussung von Instandsetzungsmaßnahmen für öffentlich relevantes Kulturgut zur Verfügung standen.

Bereits seit 2017 verwahrt die Universitätsbibliothek als Dauerleihgabe rund sechzig wertvolle alte Bücher aus der historischen Schulbibliothek des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums. Wie vertraglich mit der Stadt Wuppertal vereinbart, beschränkt sich dies nicht auf die bloße Aufbewahrung, sondern umfasst auch die Sicherung, Erschließung sowie Vermittlung des Bestands an die Wissenschaftler*innen und andere Interessierte. „Auch Maßnahmen zur Bestands­erhaltung sind ein wichtiger Aspekt. Daher plant die Universitätsbibliothek, aus dieser Sammlung noch weitere bedeutende Stücke, die in ihrem Erhaltungszustand über die Zeiten gelitten haben, restaurieren zu lassen“, so Uwe Stadler, Leiter der Universitätsbibliothek.

Zustand vor der Restaurierung: Hinterer Deckel der Tacitus-Ausgabe von 1589 mit großflächiger Bruchstelle.
Zustand nach der Restaurierung: Die Bruchstelle wurde mit lederüberzogenem Buchenholz ergänzt.