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Dokumentationsprojekt zur Profilbildung deutscher Universitäten

Welche Forschungs- und Lehrprofile bieten deutsche Universitäten? Dieser Frage gingen Dr. Thomas Heinze, Professor für Organisationssoziologie an der Bergischen Universität Wuppertal, und Dr. Arlette Jappe in Kooperation gemeinsam mit Dr. Dirk Tunger vom Forschungszentrum Jülich und der TH Köln für 68 staatliche Hochschulen nach. Neben der personellen und finanziellen Ausstattung dokumentieren die nun veröffentlichten Projektergebnisse auch bibliometrische Analysen – d.h. Indikatoren für die Sichtbarkeit und den Rezeptionserfolg wissenschaftlicher Publikationen – und studienfachbezogene Profile für den Zeitraum von 1992 von 2015.

„In den aktuellen Debatten zur Schwerpunkt- und Profil­bildung von Universitäten in Deutschland fehlte bislang eine tragfähige empirische und methodisch einheitliche Datengrundlage“, sagt Prof. Heinze. Das Dokumentationsprojekt, das er gemeinsam mit Dr. Dirk Tunger (Forschungszentrum Jülich und TH Köln) und Dr. Arlette Jappe, Mitarbeiterin im Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschafts- und Technikforschung (IZWT) der Bergischen Uni, durchgeführt hat, geht dieses Defizit an.

Die Basis für das Projekt stellen Daten des Statistischen Bundesamts und des Kompetenzzentrums Bibliometrie dar. Damit fertigten die Forscher*innen für jede der 68 Volluniversitäten Profilkarten hinsichtlich der Schwerpunkte Forschung und Lehre an. Diese geben Auskunft über die personelle und finanzielle Ausstattung sowie über bibliometrische und studienfachbezogene Profile. „Zudem wird für jedes Fach ein Vergleich der relativen Spezialisierung innerhalb der Gruppe von 17 technischen und 51 nicht-technischen Universitäten dargestellt“, erklärt Prof. Heinze.

Im Ergebnis lassen sich fachliche Profile in Forschung und Lehre für etwa die Hälfte der untersuchten Universitäten klar erkennen. Eine weitere Gruppe weist dagegen hinsichtlich Personal und Finanzen eine relativ gleichmäßige Ausstattung der angebotenen Fächer auf. Heinze: „Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Wandel von Spezialisierungs­profilen nur unter Zuhilfe­nahme von Kontextinformationen zur quantitativen Entwicklung des jeweiligen Faches insgesamt beurteilt werden kann.“ Die Zunahme der Spezialisierung einer Universität in einem Fach bedeute im Kontext einer bundesweit schrumpfenden Fach­entwicklung etwas Anderes, als wenn es sich um die Investition in den Aufbau eines insgesamt wachsenden Fachgebietes handele.

Obwohl die Profilkarten für Fächer und Universitäten den Eindruck überwiegender Stabilität der relativen Fächerentwicklung an den deutschen Universitäten erwecken können, steht eine detaillierte Analyse der Entwicklung einzelner Universitäten und einzelner Fachgebiete auf der Basis der vorgelegten Daten noch aus.

Die Projekt-Webseite hält zahlreiche PDF-Grafiken und Excel-Dateien zum Download bereit. Auch ein Arbeitspapier, in dem die einzelnen methodischen Arbeits­schritte sowie einschlägige Spezialisierungsmaße und deren korrekte Interpretation anhand von Beispielen ausführlich erläutert werden, ist dort zu finden.

www.fachprofile.uni-wuppertal.de

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Heinze
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Telefon 0202/439-2092
E-Mail: theinze{at}uni-wuppertal.de