Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Sprache wählen

5. Jugendhilfetag Wuppertal

„Kinder- und Jugendhilfe heute: Strukturen der Ermöglichung?!“ Zu diesem Thema fand Mitte Februar der 5. Jugendhilfetag an der Bergischen Universität Wuppertal statt. Mehr als 750 Teilnehmer*innen aus der Praxis sowie aus der Wissenschaft der Kinder- und Jugendhilfe diskutierten darüber, was Kinder- und Jugendhilfe unter den heutigen Bedingungen leisten kann. Veranstalter des Gemeinschaftsprojekts war auch in diesem Jahr eine Arbeitsgemeinschaft von regionalen Trägern der Jugendhilfe in Kooperation mit der Bergischen Universität (Arbeitseinheit Sozialpädagogik).

Die Akteur*innen beim 5. Jugendhilfetag (v.l.n.r.): Beate Binsfeld (alpha e.V.), Reiner Massow (Kinderhaus St. Michael), Ralf Stickler (BuB e.V. / Betreuungs- und Beratungsbüro Wuppertal), Ruth Usorasch (IpD / Intensivpädagogischer Dienst Bergisch Land), Bernhard Redecker (Jugendamt Wuppertal), Andreas Mucke (Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal), Anne Becker (Jugendhilfeteam Wuppertal), Behiye Ceylan (Jugendamt Wuppertal), Klaus Schmidt (Bergische Diakonie Aprath), Stefan Kühn (Jugenddezernent Stadt Wuppertal), Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch, Prof. Dr. Gertrud Oelerich (Bergische Universität Wuppertal), Sven Riegler (WIP e.V. / Wuppetal Individualpädagogische Projekte), Sabine Telöken (Apeiros), Jimmy Adrian (SKJ e.V. / Sozialtherapeutische Kinder- und Jugendarbeit).
Foto Marylen Reschop

Die Kinder- und Jugendhilfe ist mit ihren breit gefächerten und differenzierten Angeboten wie z.B. Kindertagesstätten, Jugendarbeit oder Hilfen zur Erziehung ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur des Aufwachsens in der gegenwärtigen Gesellschaft. „Sie trägt mit ihren Angeboten und Leistungen dazu bei, gesellschaftliche Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen zu sichern“, sagt Prof. Dr. Gertrud Oelerich, Erziehungswissenschaftlerin an der Bergischen Universität mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe. Dies gelte insbesondere für diejenigen jungen Menschen, für die ihre Eltern und Familien ein möglichst gutes Aufwachsen nicht in ausreichendem Maße gewährleisten bzw. gewährleisten können. „Hierbei Unterstützung zu leisten erhält immer größere Bedeutung, gerade in Zeiten, in denen das Aufwachsen zu einem Prozess permanenter (Selbst-)Optimierung geworden ist und gleichzeitig gesellschaftliche Ungleichheit sich immer weiter ausdehnt“, so Oelerich weiter.

Wie kann die Kinder- und Jugendhilfe hier ihr Potenzial entfalten? Wie kann sie Möglichkeiten eines guten Aufwachsens sicherstellen, wenn sie nicht selten selbst getrieben ist von ökonomischen (Spar-)Zwängen, strukturellen Herausforderungen und gesellschaftlichen Zuschreibungen? Welche Themen und Aufgaben stehen im Alltag der Jugendhilfe auf der Agenda – bspw. Digitalisierung, geschlechtliche Vielfalt; politische Bildung, Aufwachsen in Armut oder die z.T. nur bedingt flexible Strukturen der eigenen sozialpädagogischen Institution selbst? Darum ging es beim 5. Jugendhilfetag.

Renommierte Referent*innen, wie z.B. Prof. Dr. Sabine Andresen von der Goethe Universität Frankfurt und Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl von der Freien Universität Berlin, markierten essentielle Strukturen einer gelingenden Jugendhilfe. Beide hoben als grundlegende Notwendigkeit hervor, sowohl aus Sicht der Kinder und Jugendlichen als auch mit Blick auf die Institution Kinder- und Jugendhilfe selbst, Partizipation und systematische Strukturen der Beteiligung in der Kinder- und Jugendhilfe umzusetzen und auszubauen. Nur so könnten die sowohl für einen guten Alltag und ein gelingendes Aufwachsen der jungen Adressat*innen als auch für die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe notwendigen Möglichkeits- und Handlungsspielräume gesichert und erweitert werden.

Neben den beiden Hauptvorträgen sowie weiteren Vorträgen und intensiven Diskussionen in den sieben Foren präsentierten zudem an gut 30 Ständen die Träger der erzieherischen Hilfen in Wuppertal und die Arbeitseinheit Sozialpädagogik der Bergischen Universität ihre Arbeit. Eindrücklich zeigte sich hier die Vielfalt der Angebote, die hohe Qualität der Arbeit sowie die intensive Vernetzung und Kommunikation, die die Jugendhilfelandschaft in Wuppertal in besonderem Maße auszeichnet.

Der Jugendhilfetag Wuppertal fand bereits zum 5. Mal statt. „Er hat sich als feste Größe im Alltag der Jugendhilfe in der Region verankert sowie als ein zentrales Transferprojekt zwischen der Bergischen Universität und der Praxis im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe etablieren können – mit nachhaltigen Kooperationsstrukturen, die mittlerweile weit über den eigentlichen Jugendhilfetag hinausreichen“, so Oelerich.

Kontakt: 
Prof. Dr. Gertrud Oelerich
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Telefon 0202/439-2589
E-Mail oelerich{at}uni-wuppertal.de