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Passionierter Filmemacher und Jungunternehmer –
Die Career Story von Roger Lufuta Kayoko

Wie kommt man von Kinshasa im Kongo zum Studium nach Wuppertal? „Mein Vater war ein schlaues Kerlchen“, sagt Roger Lufuta Kayoko, „hatte viele Stipendien, hat in verschiedenen Städten in Frankreich gelebt und bekam ein Stipendium in der Nähe von Frankfurt.“ Dort beantragte er eine Familienzusammenführung. So kommt Roger nach Deutschland und zum Studium an die Bergische Universität Wuppertal. In der Career Story erzählt der Mediendesign-Absolvent von seinem Weg, der ihn zu seinem eigenen Unternehmen geführt hat.

Roger Lufuta Kayoko
Foto UniService Transfer
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Filme haben ihn schon immer fasziniert, bereits mit 13 Jahren dreht er die ersten kleinen Streifen und sucht nach dem Abitur gezielt nach einer akademischen Ausbildung. „Ich habe einen Studienplatz gesucht, weil ich sehr künstlerisch und multimedial interessiert war“, erzählt er. Und da er damals in der Nähe von Köln wohnte, begann er, die Möglichkeiten im Umfeld zu sondieren. „Die Uni in Wuppertal ist mir dann als erstes ins Auge gesprungen. Ich wollte auf keinen Fall an eine Privatuni. In Wuppertal wurde Mediendesign/Designtechnik angeboten, und so bin ich da gelandet.“

„Den Charme, den diese Stadt hat, hat keine Stadt im gesamten Umfeld“

Roger hält nichts vom Pendeln und ist von Beginn an von der Stadt im Bergischen begeistert. „Ich bin sofort nach Wuppertal gezogen. Den Charme, den diese Stadt hat, hat keine Stadt im gesamten Umfeld. Man ist total gut vernetzt, man hat sehr schöne Ecken und die Nähe zu anderen Großstädten ist einfach unschlagbar.“

Der Jungstudent stürzt sich auch sofort in die Arbeit und erobert ein neues Terrain. „Ich habe vorher nur mit Laienprogrammen gearbeitet und mir alles selber beigebracht“, erklärt er, „und dann habe ich kennenlernen dürfen, wie Profis arbeiten. Mediendesign war perfekt.“ Doch die Chance, zusätzlich das Fach Audiovisuelle Medien studieren zu können, gewährt man ihm trotz vieler Scheine, die er zur Anerkennung macht, nicht. „Das war ja meine eigentliche Passion! Und ich hatte auch mehr Scheine als genug gesammelt, aber leider wurde ich nicht angenommen. Das war sehr schade, denn ich konnte diesen Studiengang dann nicht weiterverfolgen“, erklärt der 30-Jährige, der sein Ziel jedoch nicht aus den Augen verliert.

Eine Hilfskraftstelle im Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung der Bergischen Universität (ZIM) ermöglicht ihm die Realisierung erster Projekte. „Ich habe für das Gleichstellungsbüro ein Tanzvideo gedreht, ich habe kleine Projekte realisiert und ich habe zum Beispiel einen Dokumentarfilm über einen Rapper aus Köln gedreht, mit dem ich auch gut befreundet war“, sagt er. „Ich habe im Medienbereich gearbeitet, wo ich dann für die Uni die ganzen audiovisuellen Sachen, die ich nicht studieren durfte, realisieren konnte. Das ist schon ein bisschen paradox. Dort bin ich wirklich ans Machen gekommen und habe immer mehr Erfahrungen gesammelt.“

Den eigenen Weg gegangen

„Und dann habe ich einen Cut gemacht und mich für meinen eigenen Weg entschieden.“ Kayoko nutzt seine erworbenen Fähigkeiten und schaut sich auf dem freien Markt um. „Man sieht auf YouTube und den ganzen Kanälen viele Leute, die produzieren, auch hochwertig produzieren, obwohl sie keine Hochschule besucht haben. Ich habe mir dann gedacht: Ich bin an einer Hochschule und kann das alles. Warum versuche ich es eigentlich nicht?“ Das Problem erkennt er schließlich bei sich selbst. „Ich war in dem Gedanken gefangen, dass es ohne Abschluss keine Möglichkeiten gibt. Aber das ist völliger Quatsch. Man muss über seinen Schatten springen.“ Und das tut er schließlich.

Eine „Tellerrandtour“ führt in die Selbständigkeit

„Das ist eine sehr krasse Geschichte“, sagt er lachend. Kayoko meldet sich auf die Ausschreibung eines Unternehmers, der einen Filmemacher sucht, der einen passionierten Radfahrer vierzehn Tage lang bei einer Deutschlandrundfahrt unter dem Titel „Tellerrandtour“ filmisch begleitet. „Wir haben uns dann immer an bestimmten Etappen getroffen. In dieser Zeit – wir haben das gesamte Bundesgebiet umrundet – habe ich für mich dieses ,Filmemachen‘ noch einmal anders kennengelernt.“ Auch mit seinem Auftraggeber, dem Management-Berater Dr. Nicolas Burkhardt, versteht er sich gut. „Im Nachgang haben wir uns nicht mehr aus den Augen verloren.“

Kayoko erkennt die Notwendigkeit, Videos in allen Bereichen des unternehmerischen Handelns einzubauen. „Die Unternehmen suchen immer wieder ein Medium, durch das sie Mitarbeiter, Externe oder die Bevölkerung erreichen können. Und weil ich immer mal wieder mit Dr. Burkhardt zusammengearbeitet habe, kam dann die Entscheidung, dass wir uns zusammentun, eine GmbH gründen. Und das haben wir dann auch 2019 gemacht.“

Kookaroo GmbH – bunt, laut und anders

Kookaroo ist eigentlich ein bunter, lauter Papagei, der anders ist, als alle Vögel. Der Mediendesigner wählt bewusst diesen Namen und sagt: „Kookaroo spiegelt mich wider, weil ich auch ein bunter Vogel, laut und anders bin. Auch die Bilder, die wir ausgeben, sind bunt, laut und anders. Dr. Burkhardt und ich sind Persönlichkeiten, die eine Wirkung erzielen, und daher kam die Idee, diesen Vogel als Symbol zu nehmen.“ Der Kundenstamm rekrutiert sich zunächst aus den Kontakten, die beide Firmengründer mitbringen. Das Netzwerk ist mittlerweile so groß, dass auch namhafte Konzerne gerne die „bunten Vögel“ beauftragen. „Wir sind eine Videoproduktion und bieten von Anfang bis Ende die komplette Realisierung eines Projektes an. Das heißt vom Konzept, über das Storyboard, die Planung des Videos, Dreharbeiten vor Ort, bis zu Genehmigungen, Personal und Locations.“ So entstehen komplette Videoproduktionen als Werbemaßnahme für Unternehmen. Auch Audioproduktionen, also Podcasts oder Influencermöglichkeiten sind bei Kookaroo vor Ort in einem abgegrenzten Studio möglich.

Erklärvideos

Ein aktuelles Beispiel der vielfältigen Arbeit sind Erklärvideos für einen Konzern, an denen Kayoko arbeitet. „Die Aufnahmen sind größtenteils schon im Kasten und ich arbeite am Schnitt. Das muss man sich so vorstellen, dass man vor Ort ein kleines Studio mit Backdrop, einem Hintergrund, errichtet und die Personen davor filmt. Diese lesen vom Teleprompter ein Skript vor. Die Aufnahmen nehme ich dann mit und setze später Visualisierungen dazu, um das Gesprochene zu begleiten. Damit schult der Konzern später intern seine Mitarbeiter. Das machen wir zur Zeit im großen Stil.“

Die eigene Homepage gerät bei einer so großen Auftragslage schon einmal ins Hintertreffen, aber der Jungunternehmer will da perfekt sein und bastelt noch eifrig an den Texten.

„Wenn man ein Ziel hat, wird am Ende des Tages immer alles gut“

Die Arbeit auf dem freien Markt hat dem studierten Mediendesigner viel Selbstbewusstsein gegeben. Daher kann er auch jungen Studierenden immer wieder raten: „Wenn man ein Ziel hat, wird am Ende des Tages immer alles gut. Bei mir gab es Situationen, in denen ich dachte, ich schmeiß alles hin. Man muss an sich selbst glauben, weil Selbstzweifel dich fertigmachen.“ Aus seinen Erfahrungen kann er sagen: „Wenn man mit dem Ziel vor Augen kontinuierlich an dem arbeitet, worauf man Lust hat, dann kommt man auch dort an. Ob es an der Uni ist oder im privaten Leben.“

UWE BLASS

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