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Die lateinische Kirche im Fernen Osten: Förderung für Wuppertaler Historikerin

Spätestens seit dem 13. Jahrhundert existierte zwischen der lateinischen Kirche und dem Fernen Osten ein reger Austausch. Doch wie nahm man sich dabei wahr? Welche Kommunikationsmuster lassen sich erkennen und wo bestand die Gefahr von Missverständnissen? Diesen Fragen geht Dr. Wendan Li, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Paul Maria Baumgarten Institut für Papsttumsforschung an der Bergischen Universität Wuppertal, in einem neuen Projekt nach. Für ihr Vorhaben erhält sie eine Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von 300.000 Euro.

Mit dem Einfall der Mongolen in Westeuropa im Jahr 1241 trat die Kommunikation zwischen Lateineuropa und dem Fernen Osten in eine neue Phase. Es entwickelten sich sowohl die Möglichkeit als auch das Bewusstsein für die Dringlichkeit einer europäischen Gesandtschaft zum Großkhan, um das fremde Land zu erkunden, den Großkhan von einem Friedensbündnis mit den christlichen Ländern zu überzeugen und neue Gläubige zu gewinnen. Von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts stellten sich die Päpste dieser Herausforderung und sandten Gruppen von Legaten und Missionaren, vor allem Franziskaner, in den Fernen Osten. Durch diese Gesandtschaften wurden Wissen ausgetauscht und diözesane Institutionen eingerichtet. Infolgedessen veränderte sich das Weltbild der Europäer grundlegend.

Aufbauend auf neueren Ansätze der Papsttumsforschung untersucht Dr. Wendan Li die unterschiedlichen Arten der Kommunikation, die Wahrnehmung und Deutung des kommunikativen Gegenübers sowie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Legaten und Missionare in der mongolisch-chinesischen Gesellschaft. Dabei steht das 13. und 14. Jahrhundert im Zentrum der Studie. „Das besondere dieses Projektes ist es, dass es lateinische und orientalische Quellen vergleichend in Bezug setzt und so die gegenseitigen Wahrnehmung Lateineuropas und des Fernen Ostens nicht nur aus der jeweiligen Perspektive herausarbeitet, sondern durch den Vergleich miteinander in direkten Bezug setzt. Auf diese Weise werden sinologische, philologische, papstgeschichtliche sowie allgemeinhistorische Fragestellungen und Untersuchungsmethoden miteinander verbunden“, erklärt Dr. Li.

Dr. Wendan Li arbeitet seit 2018 an der Bergischen Universität Wuppertal am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte. Ihr Projekt mit dem Titel „Lateinische Kirche im Sondermodus? Kommunikationssystem und Wissensformierung zwischen Lateineuropa und dem Fernen Osten im 13. und 14. Jahrhundert“ wird sie in den nächsten drei Jahren am Paul Maria Baumgarten Institut für Papsttumsforschung betreiben.

https://www.papsttumsforschung.uni-wuppertal.de

Kontakt:
Dr. Wendan Li
Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften
E-Mail wenli{at}uni-wuppertal.de