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Bergische Uni an Projekt zur besseren Versorgung von Krebspatient*innen beteiligt

Steigende Neuerkrankungsraten und komplexer werdende Therapien bei gleichzeitiger Abnahme der Versorgungsdichte – vor diesem Hintergrund wird ein optimiertes Betreuungskonzept für Krebspatient*innen mit einer unheilbaren Tumorerkrankung immer wichtiger. Die benötigte, intensive Begleitung kann von zuständigen Onkolog*innen kaum alleine geleistet werden. Abhilfe soll der Einsatz speziell weitergebildeter Pflegekräfte, sogenannter „OncoCoaches“, schaffen. Ein Forschungsprojekt, an dem auch der Lehrstuhl für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomische Evaluation der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu beteiligt ist, will nun u. a. die Effekte dieser neuen Versorgungsform evaluieren. Vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses erhält das Vorhaben „OnCoPaTh“ insgesamt 5,8 Millionen Euro.

Der Verein Arbeitskreis klinische Studien e. V. (AKS) bietet bereits regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für Pflegekräfte zum „OncoCoach“ an. Ihre Aufgabe ist die Übernahme umfassender Betreuungsmaßnahmen: Beispielsweise soll eine Begleitung, die sich an der psychischen sowie sozialen Situation der Patient*innen orientiert, dazu beitragen, Betroffene in ihrer individuellen Entscheidungsfähigkeit zu stärken und in der Versorgungsorganisation zu unterstützen. Bei vielen Patient*innen und Angehörigen besteht nach dem Gespräch mit ihren Ärzt*innen zudem weiterer Klärungsbedarf zu therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen. Auch hierbei unterstützt der OncoCoach als Teil des Behandlungsteams.

Mit dem Ziel, diese Leistungen zukünftig in die Regelversorgung betroffener Patient*innen aufzunehmen und entsprechend zu honorieren, stellten die OncoCoach-Initiatoren Prof. Dr. med. Hans Tesch und Dr. med. Manfred Welslau schließlich einen Förderantrag für das Projekt „OncoCoaching und frühe Palliative Begleitung als patientenzentrierte Versorgungselemente in der Therapie nicht heilbarer Krebserkrankungen“ – kurz „OnCoPaTh“. Mit Erfolg: „Im Rahmen der Studie gilt es nun, wissenschaftlich zu zeigen, inwieweit die Begleitung der Patient*innen durch die Coaches und die frühe Einbindung von spezialisierten Palliativpflegefachkräften, Patient*innenkompetenz steigern, Lebensqualität verbessern und auch Notfallsituationen verringern können“, erklärt Juliane Köberlein-Neu. Die Professorin der Bergischen Uni unterstützte die Antragstellung und begleitet das Projekt nun mit ihrem Lehrstuhl.

30 Studienzentren aus Hessen und angrenzenden Regionen sollen sich daran in den nächsten vier Jahren beteiligen und insgesamt 1800 Patient*innen einschließen. Hierzu werden rund 60 onkologische Fachassistent*innen im Rahmen des Projekts zu OncoCoaches weitergebildet.

Projektpartner*innen sind neben der Bergischen Universität und Konsortialführer AKS auch die DMMP Vertrieb und Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH & Co. KG, die Deutsche Krebsgesellschaft e.V., der Fachverband SAPV Hessen e. V., die eHealth-Tec GmbH aus Berlin, die PMV-Forschergruppe der Uni Köln und das Wissenschaftliche Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO).

www.oncopath.de

Kontakt
Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu
Lehrstuhl für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomische Evaluation
Schumpeter School of Business and Economics
Telefon 0202/439-1381
E-Mail koeberlein{at}wiwi.uni-wuppertal.de

Dr. Petra Ortner (Ansprechpartnerin Gesamtprojekt für Fachpresse)
POMME-med GmbH
Telefon 089/45456625
E-Mail ortner{at}pomme-med.de