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Mobilitätswende auf dem Land: Wissenschaftler*innen starten Befragungsphase

Nach Möglichkeiten für eine umweltverträgliche Mobilitätswende im ländlichen Raum sucht das Forschungsprojekt „AMZUG – Anschlussmobilität zukunftsfähig gestalten“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über sechs Jahre lang im Rahmen des Wettbewerbs „MobilitätsWerkStadt 2025“ gefördert wird. Dabei kooperiert der Landkreis Grafschaft Bentheim mit dem Lehrstuhl für Güterverkehrsplanung und Transportlogistik der Bergischen Universität Wuppertal von Prof. Dr. Bert Leerkamp.

In der Vergangenheit haben der Landkreis sowie die kreisangehörigen Kommunen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren bereits einzelne Maßnahmen umgesetzt, um die Mobilitätswende voranzutreiben: Die Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personenverkehr in Verbindung mit der Neuausrichtung des Buslinienverkehrs sind dafür ein Beispiel. Sie bieten eine geeignete Ausgangslage für weitere Handlungsbedarfe, denn es steht fest, dass sich der Alltag im ländlichen Raum – mit seiner geringen Besiedlungsdichte – ohne Pkw nur mühselig organisieren lässt. „Mit dem Projekt AMZUG sollen die bereits vorhandenen und in Teilen umgesetzten Maßnahmen zur nachhaltigen Mobilität in einem integrierten Gesamtkonzept gebündelt werden“, erklärt Andre Thiemermann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertaler Lehrstuhl.

Ziel ist es, dass mehr Menschen auf die umweltfreundlichen Verkehrsmittel Fahrrad, Öffentlicher Personennahverkehr und Fußverkehr umsteigen. „Dafür müssen wir unter anderem die Wünsche und Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer*innen kennen und geeignete Strategien für den Umstieg entwickeln. Zeitgleich müssen auch die Umstände der gegebenen Siedlungsstrukturen berücksichtigt werden“, sagt Thiemermann. Integraler Bestandteil des Projekts sind daher Mobilitätsbefragungen im Regiopa-Express RB56 sowie in der Nordhorner Innenstadt. Beide Befragungen zielen darauf ab, Informationen über das Mobilitätsverhalten sowie Verbesserungsvorschläge für die Verkehrsmittel zu beleuchten. Parallel dazu wird die Auslastung der bestehenden Radabstellanlagen an den Haltepunkten erhoben, um deren Wirkung abschätzen zu können.

Mit dem Start der Befragungen Mitte September waren die Wissenschaftler*innen zufrieden, die Erhebungen laufen noch bis Mitte Oktober. „Darüber hinaus ist eine Online-Umfrage in Arbeit, mit der ab Mitte/Ende Oktober jede*r Bürger*in der Grafschaft zusätzlich die Möglichkeit erhält, digital Verbesserungsvorschläge einzureichen“, so Thiemermann. In weiteren Projektschritten werden die mit lokalen Akteur*innen und der Bürgerschaft entwickelten, innovativen Maßnahmen exemplarisch umgesetzt, erprobt und evaluiert. Ein Leitfaden soll später einmal andere Kommunen mit ähnlichen Voraussetzungen dabei unterstützen, die gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls zu nutzen.

Kontakt:
Andre Thiemermann
Lehrstuhl für Güterverkehrsplanung und Transportlogistik
Telefon 0202/439-4353
E-Mail thiemermann{at}uni-wuppertal.de