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Energiesystem für das Rheinische Revier:
Wuppertaler Wissenschaftler*innen veröffentlichen Studie

Der Wandel des Energiesystems stellt ganz Deutschland vor große Herausforderungen. Erneuerbare Energien werden stetig ausgebaut und der Ausstieg aus der Kohlestromversorgung bis 2038 ist inzwischen gesetzlich geregelt. Dennoch bleiben viele Aspekte offen, wie die anlaufende Diskussion um Wasserstoff und seine Rolle im Energiesystem zeigt. Wie der Übergang in ein neues Energiesystem gelingen kann, hat der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek zusammen mit der B E T (Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH) im Auftrag der Zukunftsagentur Rheinisches Revier untersucht. Die Ergebnisse wurden nun im Rahmen der Studie „Ein Energiesystem für das Rheinische Revier“ veröffentlicht.

Bisher wurde der Strom aus dem Rheinischen Revier weit über die eigenen Grenzen hinaus exportiert. „Dieser Status wird sich aufgrund der begrenzten Erneuerbare-Energien-Potenziale wahrscheinlich nicht halten lassen. Stattdessen ist ein Umbau von der Konzentration auf Stromerzeugung zu einem diversifizierten Portfolio aus Produktion, Know-how-Vermittlung, Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung vonnöten. Mit der Braunkohleverstromung geht auch die dortige Wärmeauskopplung verloren. Diese durch ‚regenerative Wärme‘ zu ersetzen, zählt zu den größten Herausforderungen im Umbau des Rheinischen Reviers, aber auch in Gesamtdeutschland“, erklärt Prof. Zdrallek.

Die Analyse auf Basis der Metastudie und des entwickelten Modellierungswerkzeugs zeigt, wie sich Kosten, Reife der Technologien, Geschäftsmodelle sowie die örtliche und zeitliche Ausgestaltung des Energiesystems im Rheinische Revier verändern. „Dabei wird unter anderem deutlich, dass sich das Rheinische Revier künftig von einem (Groß-) Stromexporteur zu einer Region mit ausgeglichener Strombilanz entwickeln wird. Ländliche Regionen werden auch in Zukunft aufgrund ihrer höheren Potenziale und geringeren Bedarfe eher einen Stromüberschuss aufweisen, welcher wiederum von den Großstädten benötigt wird. Das Rheinische Revier ist dabei mit seiner heterogenen Struktur aus ländlichen und städtischen Bereichen typisch für Deutschland“, resümiert Björn Uhlemeyer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertaler Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik.

Insgesamt veranschauliche die Studie deutlich, dass das Rheinische Revier die Voraussetzungen aufweist, auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Energiewirtschaft einzunehmen. Wie dieses Ziel im Zusammenhang mit dem Strukturwandel erreicht werden kann, müsse noch detaillierter ausgearbeitet werden. Es zeige sich jedoch bereits jetzt, dass in vielen Punkten eine enge Zusammenarbeit aus Politik, Industrie, Gesellschaft und Wissenschaft erfolgen müsse, damit ein zielgerichteter und angemessener Strukturwandel stattfinden kann.

Die gesamte Studie zum Nachlesen.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek
Leiter des Lehrstuhls für Elektrische Energieversorgungstechnik
Telefon 0202/439-1976
E-Mail zdrallek{at}uni-wuppertal.de

Bei Fragen zur Studie:
Björn Uhlemeyer
Telefon 0202/439-1938
E-Mail bjoern.uhlemeyer{at}uni-wuppertal.de