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150 Jahre Maschinenbauausbildung im Bergischen

Mit Gründung der städtischen "Höheren und niederen Gewerbeschule zu Barmen" am 23. April 1863 wurde die Ingenieurausbildung in Barmen begründet. Damit hat die technische Ausbildung des Maschinenbaus die längste Tradition – 150 Jahre – im Studienangebot der Bergischen Universität Wuppertal.

Ingenieurausbildung gestern, heute und morgen (v.l.n.r.): Dr. h.c. Josef Beutelmann, Hochschulratsvorsitzender der Bergischen Universität, Friedhelm Sträter, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid, Dr.-Ing. Willi Fuchs, Direktor des VDI, Prof. Dr.-Ing. Peter Gust, Leiter der Abteilung Maschinenbau, Dr. Joachim Studberg, Universitätsarchivar, Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und Prof Dr.-Ing. Uwe Janoske, Moderator der Veranstaltung.
Fotos Sebastian Jarych

Im Rahmen des Festkolloquiums „Ingenieurausbildung am Technikstandort Deutschland – Heute und Morgen“ hat die Bergische Universität in Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) – Bergischer Bezirksverein und der Industrie und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid dieses Jubiläum gestern im Hörsaalzentrum Gebäude K gefeiert.

Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch betonte in seiner Begrüßung der rund 200 Gäste aus Universität, Wirtschaft und Gesellschaft, dass die Bergische Universität durch ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen in der Region sehr gute Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Ingenieuren biete. Die Universität entwickle die Qualität ihrer Maschinenbauausbildung immer weiter und arbeite daran, den Unternehmen in der Region exzellente Absolventen zu vermitteln. „Das lässt uns optimistisch in die Zukunft des Bergischen Landes blicken“, sagte Koch.

Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin: „Lassen Sie uns Menschen ausbilden, die Roboter bauen können, aber keine, die Roboter sind.“

Im Anschluss sprach Dr.-Ing. Willi Fuchs, Direktor des VDI, über den Wandel des Technikstandorts Deutschlands und Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin, diskutierte die Herausforderungen in der Ingenieurausbildung an den deutschen Hochschulen von heute. Er wies darauf hin, dass Ausbildung von Ingenieuren kein lokales, sondern ein globales Thema sei und appellierte an die anwesenden Gäste des Kolloquiums: „Lassen Sie uns Menschen ausbilden, die Roboter bauen können, aber keine, die Roboter sind.“

Zum Ausklang gaben Dr. Joachim Studberg, Universitätsarchivar, und Prof. Dr.-Ing. Peter Gust, Leiter der Abteilung Maschinenbau, einen „Historischen Rückblick im Dialog“. Archivar Studberg erzählte vom Lehren und Lernen an der Gewerbeschule vor über 100 Jahren und ihren Nachfolgeeinrichtungen bis zum Ende der 1960er- Jahre, Maschinenbau-Professor Peter Gust berichtete vom Studieren und Forschen an der Bergischen Universität in der heutigen Zeit.

Lag die Schülerzahl in der Gewerbeschule bei knapp 300 Personen, betreut von 16 Lehrenden, stehen der Abteilung Maschinenbau der Bergischen Universität heute ca. 40 Personen – Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeiter und Lehrbeauftragte – zur Betreuung von rund 800 Studierenden zur Verfügung.

Absolventen der "Königlichen Vereinigten Maschinenbauschulen Elberfeld-Barmen", Jahrgang 1908.
Foto Universitätsarchiv

Heute wie früher unterstützt die heimische Industrie die Maschinenbauausbildung in der Bergischen Region – mit Stipendien für die Studierenden, aber auch der Finanzierung von Stiftungsprofessuren. So haben erst im letzten Jahr rund ein Dutzend Unternehmen aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid insgesamt 1,5 Millionen Euro an Finanzierungsmitteln zusammengetragen, um über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Stiftungsprofessur Maschinenbau an der Bergischen Universität mit Sitz in Solingen einzurichten. In Velbert gibt es seit 2009 eine Stiftungsprofessur am Institut für Sicherungssysteme.

„Die Entwicklung der Ausbildung im Maschinenbau hat eine bewegte Geschichte hinter sich und bestimmt auch noch vor sich“, betonte Prof. Gust. Es gehe darum, jungen Menschen Gestaltungsspielraum zu geben sowie das Handwerkszeug in Form einer technischen Ausbildung, um komplexe Produkte und Maschinen gestalten zu können. Gust bat die Gäste des Festkolloquiums dabei zu helfen, „jungen Menschen weiterhin eine erfolgreiche Zukunftsperspektive durch eine anspruchsvolle Ausbildung zu ermöglichen“.

www.mbau.uni-wuppertal.de