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Prof. Sünker eröffnet Konferenz „80 Jahre Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse“

Zum Jahrestag der „Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse“ veranstaltete das Centre for International Studies in Social Policy and Social Services der Bergischen Universität gemeinsam mit dem Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen in Wuppertal und dem International Institute of Social History (Amsterdam) die Konferenz „80 Jahre Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse. Gewerkschaftlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Internationale Solidarität“. Dr. Heinz Sünker, Professor für Sozialpädagogik/Sozialpolitik an der Uni Wuppertal, eröffnete die Konferenz im Widerstandsmuseum Amsterdam. Anwesend war auch Dr. Stephan Stracke, Lehrbeauftragter an der Bergischen Universität, der im Rahmen seiner Dissertation (2012) die Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse und die Arbeit Internationaler Solidaritätskommittees untersucht hatte.

Prof. Dr. Heinz Sünker (3.v.r.) eröffnete die Konferenz „80 Jahre Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse“ in Amsterdam.
Foto Jochen Vogler

An der Tagung nahmen außerdem mehrere Kinder von Widerstandskämpfern aus dem Bergischen Land und Kinder von Mitgliedern des damaligen „Internationalen Wuppertal-Komitees Amsterdam“ teil. „In anschaulicher und beeindruckender Weise wurde dabei u.a. über Verfolgung, Terror und Mord durch NS-Organisationen in Wuppertal und den Niederlanden berichtet“, sagt Prof. Sünker.

Von 1935 bis 1937 wurden in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Velbert insgesamt mehr als 1.900 Menschen verhaftet und 649 Personen von ihnen in den „Wuppertaler Gewerkschaftsprozessen“ wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Teil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 17 Aktivisten verloren ihr Leben während der polizeilichen Voruntersuchung. „Die Prozesse erlangten eine große internationale Beachtung“, erklärt Sünker. Europaweit setzten sich über die Parteiengrenzen hinweg Unterstützer für die verhafteten Wuppertaler Arbeiter ein.

„Herausragend war die Unterstützung der Wuppertaler Widerstandskämpfer durch die weltweite Menschenrechtskampagne des ‚Internationalen Wuppertal-Komitees Amsterdam‘. Die Liste der ungefähr 80 namentlich bekannten Unterstützer und Aktivisten liest sich wie ein ‚Who is Who‘ der niederländischen Intellektuellen, der Arbeiter-, Frauen- und Friedensbewegung“, so Heinz Sünker. Das Komitee begann Weihnachten 1935 Geld für die Familien der Verhafteten zu sammeln. Auf dem Höhepunkt der Kampagne entsandten französische Gewerkschaften und niederländische Studentenorganisationen Delegationen zu den Prozessen nach Wuppertal.

Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Sünker
Telefon 0202/439-2295
E-Mail suenker{at}uni-wuppertal.de