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Prof. Heinz Rölleke wird 80

Prof. Dr. Heinz Rölleke, emeritierter Germanist, Märchenforscher und Volkskundler der Bergischen Universität Wuppertal, feiert am Sonntag, 6. November, in seiner Heimatstadt Neuss seinen 80. Geburtstag.

Foto Andreas Fischer

„Prof. Rölleke gehört sicherlich zu den bekanntesten Professoren unserer Universität. Seit langem ist er ihr ein hervorragender Repräsentant und wissenschaftliches Aushängeschild. Dabei hat sich Herr Rölleke stets für die Belange unserer Hochschule eingesetzt. Weggefährten schätzen an ihm unter anderem seine Belesenheit und Eloquenz sowie seinen Humor. Ich gratuliere Prof. Rölleke im Namen aller Angehörigen der Bergischen Universität Wuppertal sehr herzlich zu seinem Ehrentag,“ so Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch.

Prof. Dr. Heinz Rölleke hat mehrere grundlegende historisch-kritische Ausgaben erarbeitet, vor allem zu den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Er zählt international zu den renommiertesten Grimm-Forschern und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

1999: Prof. Dr. Dr.h.c. Werner Schaal (l.), Präsident der Universität Marburg, überreicht Prof. Dr. Heinz Rölleke den Brüder-Grimm-Preis.

Für seine Verdienste um die deutsche Literaturgeschichte, die Volkskunde und die Ausgabe älterer und neuerer Texte sowie die Erforschung und Darstellung der deutschen Romantik und als Würdigung für sein Bemühen, Werk und Geist der Brüder Grimm lebendig zu erhalten, nahm Prof. Rölleke bereits 1985 den Preis der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach und den Staatspreis des Landes Hessen sowie 1999 den Brüder-Grimm-Preis der Philipps-Universität Marburg entgegen. 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 2006 den Reichelsheimer Märchenpreis, 2013 den Europäischen Märchenpreis und den Thüringer Märchenpreis.

Der gebürtige Düsseldorfer Heinz Rölleke studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Köln und Zürich. Nach seiner Promotion in Köln war er am dortigen Germanistischen Institut Wissenschaftlicher Assistent für Mediävistik. 1971 erfolgte seine Habilitation für Deutsche Philologie (Ältere und Neuere deutsche Literatur) einschließlich Volkskunde mit der ersten historisch-kritischen Ausgabe von „Des Knaben Wunderhorn“. Es folgten Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Düsseldorf, Cincinnati (USA) und Trier.

1974 wurde Rölleke als Professor für Deutsche Philologie einschließlich Volkskunde an die neu gegründete Gesamthochschule Wuppertal, die heutige Bergische Universität Wuppertal, berufen. Von 1976 bis 1978 war er Dekan des damaligen Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaften und engagierte sich in dieser Funktion sehr für die damals noch im Aufbau befindliche Hochschule. „Deshalb gehört Heinz Rölleke zu den Vätern der Bergischen Universität“, schrieb der langjährige Pressereferent der Wuppertaler Hochschule, Michael Kroemer, 2002 zum Ausscheiden von Prof. Heinz Rölleke aus dem aktiven Dienst.

Prof. Heinz Rölleke mit Johannes Rau.

Prof. Rölleke hielt Gastvorträge an über 90 Universitäten in aller Welt. Sein Literaturverzeichnis weist mehr als 70 Buchpublikationen aus, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, und weit über 400 Aufsätze aus dem Gesamtbereich der deutschen Literaturgeschichte und der literarischen Volkskunde.