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Internationale Sommerschule: Teilchenphysik am Scheideweg

„Das Higgs-Teilchen ist gefunden – was nun?“ So lautet die Kernfrage, mit der sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie fortgeschrittene Studierende aus aller Welt vom 23. bis 30. Juli bei einer Sommerschule in Wuppertal befassen. Die interdisziplinäre Forschergruppe „The Epistemology of the Large Hadron Collider (LHC)“ unter Leitung von Dr. Gregor Schiemann, Professor für die Geschichte und Theorie der Wissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal, hat dazu Forschende aus den Fächern Geschichte, Philosophie, Physik und Soziologie eingeladen. Interessenten können sich noch bis 31. Januar als Teilnehmende bewerben.

Mit dem „Higgs-Teilchen“ sind inzwischen alle von der grundlegenden Theorie der modernen Teilchenphysik, dem sogenannten Standardmodell, vorausgesagten Teilchen tatsächlich gefunden worden. „Dennoch kann dies bis jetzt keinen Abschluss der Teilchenphysik als Ganzes bedeuten: So fehlt zum Beispiel eine fundamentale Beschreibung der Gravitation. Und kosmologische Beobachtungen, wie etwa anomale Rotationskurven von Galaxien, deuten an, dass es große Mengen einer noch unbekannten, ‚dunklen‘ Materie im Weltall geben könnte“, erklärt Dr. Florian J. Boge, Mitorganisator der Sommerschule „Particle Physics at the Crossroads: Interdisciplinary Perspectives on the Past, Present and Future of Particle Physics“ und Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Gregor Schiemann.

Was erwarten Physiker, wie sich ihre Disziplin angesichts dieser Situation in Zukunft entwickeln wird? Wie passen ihre Konzepte und Arbeitsprinzipien mit den Vorstellungen der gegenwärtigen Wissenschaftstheorie zusammen? Wie ist die vergangene Entwicklung hin zu gigantischen Beschleunigern wie dem LHC am CERN zu verstehen? Und was gilt hier für die ebenfalls immer größer gewordenen Kooperationen rund um die entsprechenden Experimente? Um solche Fragen dreht sich die Sommerschule.

„Das Besondere an der Veranstaltung ist ihr interdisziplinärer Charakter“, so Florian Boge. Im Tagungszentrum „Auf dem heiligen Berg“ (Missionsstraße 9, 42285 Wuppertal) treffen Ende Juli mit Physik, Philosophie, Geschichte und Soziologie Welten aufeinander, die auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam zu haben scheinen. „Ohne die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen kann heutzutage aber keine wissenschaftliche Reflexion über die Methoden und Ergebnisse der physikalischen Forschung vorgenommen werden“, ergänzt Gregor Schiemann.

Zusätzlich zu den Vorträgen von etablierten Forscherinnen und Forschern haben die beiden Organisatoren Dr. Adrian Wüthrich (TU Berlin) und Dr. Florian J. Boge für die Teilnehmenden ein Programm ausgearbeitet, bei dem diese ihr Wissen aktiv erweitern können. So können ausgewählte Studierende beispielsweise ihre eigenen Arbeiten im Rahmen der Sommerschule vor Fachpublikum und mit professionellem Kommentar vorstellen.

Weitere Informationen zur Bewerbung für die Sommerschule unter www.lhc-epistemologie.uni-wuppertal.de

Kontakt:
Dr. Florian J. Boge
Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften
Telefon 0202/439-2794
E-Mail fboge{at}uni-wuppertal.de