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Auf dem Weg zu einem dynamischen Stromtarif: Forschungsprojekt „Happy Power Hour II“ von der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet

Positives Feedback für ein Wuppertaler Forschungskonsortium unter Leitung der Bergischen Universität: Die Landesinitiative KlimaExpo.NRW hat das Projekt „Happy Power Hour II“ als qualifiziert und somit nachhaltig und innovativ ausgezeichnet. Die Urkundenübergabe fand im Rahmen einer Veranstaltung der WSW Energie & Wasser AG statt, die – wie die NetSystem Netzwerk- und Systemtechnik GmbH, die Bergische Gesellschaft für Ressourceneffizienz mbH und die Collaborating Centre on Sustainable Consuption and Production GmbH – Teil des Konsortiums ist.

Dr. Heinrich Dornbusch (Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW),
Andreas Feicht und Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek (v.l.)
Foto Jan Meese

Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes: einen dynamischen Stromtarif zu entwickeln, der mittelständischen Industrieunternehmen durch eine Lastverschiebung ermöglicht, ihre Energiebezugskosten zu reduzieren. „Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien wächst der Anteil der elektrischen Stromerzeuger, die in Abhängigkeit vom Wetter Energie erzeugen“, erläutert Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek vom Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung. Aufgrund der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energien komme es an den kurzfristigen Strommärkten zu teils stark variierenden Strompreisen – bis hin zu negativen Preisen. „Der von uns entwickelte Tarif bildet diese Schwankungen ab. Dadurch kann die Industrie einen Teil ihrer Prozesse automatisiert in Zeiten mit günstigen Strompreisen betreiben und dadurch ihre Kosten senken“, so der Wissenschaftler.

Für Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der WSW Energie & Wasser AG, ergeben sich durch „Happy Power Hour II“ noch weitere Vorteile für Unternehmen. „Sie können zum Beispiel die Integration der erneuerbaren Energien aktiv unterstützen und dadurch einen wichtigen Beitrag für das Energiesystem der Zukunft leisten. Das stärkt gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit.“

Seit Anfang 2018 wird der dynamische Stromtarif in der Praxis getestet. Daran beteiligt sind zunächst zwei der insgesamt zehn Unternehmen aus der Metall-, Holz-, Silicon-, Chemie und Lebensmittelindustrie, die für „Happy Power Hour II“ gewonnen werden konnten: die Ferrum Edelstahlhärterei GmbH aus Augustdorf sowie die Picard GmbH aus Wuppertal. „Neben der Produktion qualitativ hochwertiger Werkzeuge liegt uns auch die Umwelt am Herzen“, erklärt Picard-Geschäftsführer Frank Simon. „Durch die Teilnahme an dem Forschungsprojekt möchten wir unseren Teil zur Energiewende und zur zukünftigen Energieversorgung in Deutschland beitragen. Wenn wir hierdurch zusätzlich unsere Strombezugskosten reduzieren können, freut uns das umso mehr.“ Ähnlich sieht es David Schulz. Der Energiemanagementbeauftragte der Ferrum Edelstahlhärterei GmbH betont, dass die Teilnahme an „Happy Power Hour II“ für sein Unternehmen sowohl eine optimale Vorbereitung auf den „Strommarkt der Zukunft“ als auch ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende sei.

Das Forschungsprojekt läuft seit Anfang 2016. Es wird mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

www.happy-power-hour.de

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek
Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik, Medientechnik
Telefon 0202/439-1976
E-Mail zdrallek{at}uni-wuppertal.de

Benedikt Dahlmann
Telefon 0202/439-1014
E-Mail benedikt.dahlmann{at}uni-wuppertal.de