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„Rencontre Littéraire“ mit Schriftstellerin Marie Darrieussecq

Die französische Schriftstellerin Marie Darrieussecq war gestern zu Gast in den „Rencontres Littéraires“. Die „Literarischen Begegnungen“ sind seit ihrer Gründung 2014 zu einer Tradition an der Bergischen Universität geworden – und zu einem wichtigen Rendezvous mit der französischen Gegenwartsliteratur in NRW. Marie Darrieussecq, die 2013 den Prix Médicis, den zweitwichtigsten Literaturpreis Frankreichs, erhalten hat, reihte sich nahtlos in die Reihe herausragender Autorinnen und Autoren ein, die Wuppertal auf Einladung der Romanisten Dr. Stephan Nowotnick und Marie Cravageot bereits besucht haben.

„Rencontres littéraires“ im Vortragssaal der Universitätsbibliothek (v.l.n.r.): Prof. Dr. Michael Scheffel, Autorin Marie Darrieussecq, Dr. Stephan Nowotnick, Marie Cravageot und Prof. Dr. Matei Chihaia.
Foto Friederike von Heyden

Weltberühmt wurde Marie Darrieussecq gleich mit ihrem ersten Roman „Truismes“ (dt. „Schweinereien“) von 1996, der in 40 Sprachen übersetzt wurde. Bis heute hat Darrieussecq ein umfangreiches und vielfältiges literarisches Werk vorgelegt: Sie ist Autorin von 16 Romanen, hat aber auch Essays, Biographien und Theaterstücke geschrieben. Sie hat Übersetzungen angefertigt, Jugendbücher geschrieben, Kunstbücher herausgebracht und an Inszenierungen einiger ihrer Texte auf der Bühne mitgewirkt. „Es ist nicht übertrieben, Marie Darrieussecq als wahrhaften Impresario der zeitgenössischen Literatur- und Kunstlandschaft Frankreichs zu bezeichnen, die ihren Einflussbereich weit über die Grenzen der Belletristik hinaus ausgedehnt hat“, sagt Romanist Dr. Stephan Nowotnick.

Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin hat Darrieussecq nicht nur eine akademische Laufbahn als Literaturwissenschaftlerin in Paris durchlaufen, sondern auch eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin und als solche gearbeitet. Der Niederschlag ihrer psychoanalytischen Ausbildung und Tätigkeit ist in ihrem Werk unverkennbar: Viele ihrer Romane sind feinsinnige psychologische Studien. So facettenreich wie ihre Themen, so facettenreich auch ihr Stil, dessen Entwicklung mit der Entfaltung ihres Werkes „mitwandert“. So spricht man im Falle von Marie Darrieussecq gerne von einem Stil der ständigen Metamorphose – jedes Thema wird auf eine ganz eigene Art und Weise abgehandelt. „Marie Darrieussecq ist eine faszinierende Persönlichkeit, die kennenzulernen sich lohnt und eine große Bereicherung der Rencontres Littéraires ist“, so Stephan Nowotnick.

Für die Veranstaltungsreihe „Rencontres Littéraires“ holen Nowotnick, seine Kolleginnen und Kollegen regelmäßig namhafte Vertreterinnen und Vertreter der aktuellen französischen Literatur für Vorträge, Lesungen oder Diskussionen an die Bergische Universität. Die Ursprungsidee für dieses Format einer breiten Literaturvermittlung ist bis heute unverändert geblieben: Französischstudierende erhalten die Gelegenheit, mit Autoren, die sie in vielen Fällen vorher studiert haben, ins persönliche Gespräch zu kommen; gleichzeitig stellen sich die Schriftsteller einer an französischer Literatur interessierten Öffentlichkeit vor. Dabei handelt es sich um keine akademische Veranstaltungsreihe. Herzstück der Rencontres ist der „runde Tisch“ („table ronde“), an dem Publikum und Autor zusammensitzen und ins Gespräch über französische Gegenwartsliteratur kommen.