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Arbeitseinkommen entlasten, um Arbeitsplätze für Corona-Verlierer zu schaffen

Wie sollte ein Konjunkturpaket aussehen, um Arbeitsplätze für diejenigen zu schaffen, die im Zuge der Corona-Krise ihren Arbeitsplatz verloren haben? Eine aktuelle Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Antwerpen hebt die Bedeutung von steuerlichen Entlastungen von Arbeitseinkommen hervor. Die Studie ist vor Kurzem in der Reihe Covid Economics des renommierten Centre for Economic Policy Research in London erschienen.

Prof. Dr. Christian Bredemeier (l.) und Prof. Dr. Falko Jüßen
Fotos Friederike von Heyden

Zu Beginn der Corona-Krise bestanden die Ziele der Politik vor allem darin, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren und die von den Eindämmungsmaßnahmen wirtschaftlich hart getroffenen Haushalte und Unternehmen zu unterstützen. Im Zuge der abebbenden Ansteckungswelle und der Lockerung der Schutzmaßnahmen gewinnt das weitere Politikziel an Bedeutung, den Wirtschaftseinbruch und die massiven Arbeitsplatzverluste möglichst schnell auszugleichen. Zu diesem Zweck hat der Koalitionsausschuss Anfang Juni ein Konjunkturpaket beschlossen.

In einem gerade erschienenen Diskussionspapier gehen die Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Christian Bredemeier, Prof. Dr. Falko Jüßen (beide von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft – Schumpeter School of Business and Economics an der Bergischen Universität Wuppertal) und Prof. Dr. Roland Winkler (von der Universität Antwerpen) der Frage nach, durch welche Elemente eines Konjunkturpakets passende Arbeitsplätze in den Bereichen geschaffen werden können, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind. Aus Modellsimulationen für den US-amerikanischen Arbeitsmarkt lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:

  1. Staatliche Konjunkturmaßnahmen wie Ausgabensteigerungen und Steuersenkungen fördern Jobwachstum in Branchen mit direktem Kundenkontakt sowie für Menschen mit Dienstleistungsberufen. Die Maßnahmen schaffen somit Arbeitsplätze dort, wo sie in der Corona-Krise verloren gegangen sind.
  2. Jobs auch für Menschen mit klassischen Arbeiterberufen zu schaffen, ist jedoch schwieriger. Dies gelingt dann, wenn eine Senkung von Steuern und Abgaben so gestaltet ist, dass sie besonders Arbeitseinkommen entlastet, gleichzeitig aber nicht oder nicht in gleichem Maße die Steuern auf Kapitaleinkommen gesenkt werden.

Die detaillierte Pressemitteilung finden Sie hier (.pdf-Datei).

Die Forschungsarbeit (englischsprachig) ist hier abrufbar (.pdf-Datei).

Kontakt:
Prof. Dr. Christian Bredemeier
Schumpeter School of Business and Economics
E-Mail bredemeier{at}wiwi.uni-wuppertal.de