Universitätskommunikation – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutsch-australisches Forschungsprojekt bewilligt

11.01.2016|10:06 Uhr

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Monash University, Melbourne, untersuchen Forscherinnen und Forscher der Bergischen Universität die Darstellung des Ersten Weltkrieges in der deutschen und der australischen Dramatik. Projektleiter sind der Wuppertaler Germanist Priv.-Doz. Dr. Christian Klein und Prof. Dr. Franz-Josef Deiters aus Melbourne.

Das Projekt widmet sich erstmals – systematisch und umfassend – den literarischen Repräsentationen des Ersten Weltkriegs in der deutschen und der australischen Dramatik zwischen 1918 und 1989, die als zentrale Medien national-kultureller Erinnerungsdiskurse verstanden werden. Finanziert wird das zweijährige Vorhaben im Rahmen der Förderinitiative „Australia-Germany Joint Reasearch Cooperation Scheme“ vom Australian Government Department of Education und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBf).

Der Erste Weltkrieg wird von Historikern häufig als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Damit einher geht die Idee, dass im Ersten Weltkrieg zahlreiche Entwicklungen vorgezeichnet sind, die letztlich zum Zweiten Weltkrieg – und seinen Folgen, u.a. dem Kalten Krieg – geführt haben.

„In dieser Perspektive erscheint der Erste Weltkrieg als das prägende historische Ereignis des 20. Jahrhunderts. Angesichts der großen Bedeutung, die dem Theater als kommunikativem Ort im literarischen und öffentlichen Diskurs bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zukam, liegt es auf der Hand, dass die Dramatik einen wesentlichen Bestandteil des ideologisch-politischen Diskurses einer Gesellschaft ausmacht“, erklärt Dr. Christian Klein. Wolle man verstehen, welche Mentalitäten in einer historischen Phase dominieren, müsse man versuchen, die jeweils prominenten Vorstellungen vom Ersten Weltkrieg und seinen Folgen zu rekonstruieren.

„In diesem Sinne sind Weltkriegsdramen Medien der Erinnerungskultur, die gleichzeitig als Positionierungen im Deutungskampf um die Sinnhaftigkeit des Krieges instrumentalisiert bzw. genutzt werden. Sie sind ein Schlüssel zur Mentalitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts“, so Klein.

Im Rahmen ihres Projekts („Der Erste Weltkrieg in der deutschen und australischen Dramatik“) wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst eine systematische Bestandsaufnahme der Weltkriegsdramen vornehmen und dabei die Besonderheiten der jeweiligen Dramen in den Mittelpunkt stellen. Darüber hinaus werden sie deutsche und australische Theaterstücke untersuchen, um damit einen kulturvergleichenden Fokus zu setzen. Christian Klein: „Auf diese Weise können die jeweiligen deutschen oder australischen Verarbeitungen des Ersten Weltkriegs in ihrer Spezifik, ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden überhaupt erst erkannt und analysiert werden.“

Die jetzt bewilligte Förderung ermöglicht den sechs beteiligten Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern einen regelmäßigen Austausch im Rahmen gemeinsamer Workshops und anderer Forschungsaktivitäten.

Kontakt:
PD Dr. Christian Klein
Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften
Telefon 0202/439-3167
E-Mail chklein[at]uni-wuppertal.de

Weitere Infos über #UniWuppertal: